Streit um Einfluss von Rechts in der französischen Filmwelt
In Frankreich brodelt es nun auch in der Filmwelt, nachdem es bereits Proteste in der Verlagsbranche gibt. Es geht um den wachsenden Einfluss der politischen Rechten. Am Montag hat nun der Präsident des französischen Centre national du cinéma zur Besonnenheit aufgerufen.

Der Chef des TV-Konzerns Canal+, Maxime Saada, hatte angekündigt, dass er nicht mehr mit 600 Filmschaffenden zusammenarbeiten wolle. Diese hatten einen offenen Brief unterzeichnet, der sich gegen den Hauptaktionär von Canal+, Vincent Bolloré, richtete.
«Ich habe keine Lust, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die mich als Kryptofaschisten bezeichnen», sagte ein genervter Maxime Saada am Sonntag im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes. Er reagierte damit auf einen in der Zeitung «Libération» veröffentlichten offenen Brief, der von mehr als 600 Fachleuten aus der Filmwelt unterzeichnet worden war, darunter auch Schauspielerin Juliette Binoche.
Sie prangern darin den «wachsenden Einfluss der extremen Rechten» im Kino an und meinen Vincent Bolloré, den Hauptaktionär von Canal+. Gegen Bolloré gab es bereits Proteste in der Verlagsbranche, angeführt von rund 200 Autorinnen und Autoren des Verlagshauses Grasset.
Der Milliardär Bolloré ist unter anderem französischer Medienmogul, der beispielsweise 2022 die Präsidentschaftskandidatur des rechtsextremen Eric Zemmour ermöglicht hat; im Wahlkampf 2024 untersagte er den von ihm kontrollierten Medien, den Rassemblement National als rechtsextrem zu bezeichnen. Er baut seine finanziellen Engagements in den Bereichen Verlag und Film zusehends aus.
Canal+ ist eine der tragenden Säulen des französischen Films. Jedes Jahr investiert der Konzern 170 Millionen Euro in die Produktion von Spielfilmen und koproduziert die Hälfte der Filme, die in die Kinos kommen.
Am Montagmorgen sah der Präsident des Centre national du cinéma (CNC), Gaëtan Bruel, in den Aussagen des Canal+-Chefs Saada nichts anderes als eine schlecht kontrollierte «Spontanreaktion». Was die Meinungsfreiheit anbelange, werfe Saadas Aussage «Fragen auf». «Denn das Recht auf Kritik ist Teil eines Grundprinzips“, so Bruel. Bisher habe Canal+ immer alle Filmemacher unterstützt.
Zugleich sagte Bruel, er identifiziere sich nicht mit den Aussagen des offenen Briefes. Und er rief alle Beteiligten zur Ruhe auf, damit wieder zusammengearbeitet werden könne.










