Nach den politischen Sanktionen gegen Belarus geriet auch Stadler Rail in den Fokus. Das Unternehmen will ihre Produktion im Osten jedoch fortsetzen.
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Blick auf den Hauptsitz von Stadler Rail in Bussnang TG. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Stadler Rail will an ihrer Fabrik in der Nähe von Minsk festhalten.
  • Die politischen Sanktionen der EU hätten keinen Einfluss auf ihre Produktionsstätte.
  • Mit der Ukraine will Stadler in Zukunft ebenfalls zusammenarbeiten.

Trotz aller Kritik wegen den politischen Zuständen in Weissrussland hält Stadler Rail an seinem Werk nahe der Hauptstand Minsk fest. Eine Verlegung des Werks in die Ukraine sei nicht geplant. Dies erklärte Konzernsprecher Fabian Vettori am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Stadler, die ukrainische Regierung und die Eisenbahngesellschaft Ukrzaliznytsia haben Anfang Mai eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet. Diese betrifft die Weiterentwicklung der Eisenbahn in der Ukraine.

Zusammenarbeit ist möglich

Beide Unternehmen hätten sich darauf geeinigt, eine mögliche Zusammenarbeit zu prüfen. , erklärte Vettori. Dabei gehe es sowohl um Triebzüge für die ukrainische Eisenbahn als auch um Strassenbahnen und Metro-Züge für die Stadt Kiew.

Stadler Rail
Stadler Rail will mit der Ukraine zusammenarbeiten. (Archiv) - sda

In diesem Rahmen habe Stadler zugestimmt, einen Triebzug des Typs Flirt in der Ukraine zu präsentieren. Dieser Zug sei in Minsk gebaut und in den Farben der ukrainischen Eisenbahngesellschaft lackiert worden. «Dies gibt der ukrainischen Bevölkerung die Gelegenheit, modernes und innovatives Rollmaterial aus erster Hand zu begutachten», erklärte der Konzernsprecher.

Spekulationen der Ukrainer

Dies hatte zu Spekulationen in ukrainischen Medien geführt. «Eine Verlegung des Werks in Belarus ist kein Bestandteil der Absichtserklärung und ist nicht geplant», sagte Vettori dazu. Stadler baue seit acht Jahren in Fanipol, knapp 30 Kilometer ausserhalb von Minsk, Züge und Strassenbahnen.

Peter Spuhler
Peter Spuhler ist Chef des Schweizer Unternehmens. - Keystone

Stadler-Chef Peter Spuhler sagte gleichentags in einer Telefonkonferenz: «Wir haben nach wie vor keine Einschränkungen oder irgendwelche Probleme in Weissrussland. Wir konzentrieren uns auf die Fahrzeugabwicklung.»

Es gebe auch keine Beschränkungen für die Einfuhr von Komponenten, Gütern oder die Ausfuhr von Fahrzeugen. «Im Moment ist alles im grünen Bereich, was Stadler betrifft», sagte Spuhler. Dieser war bereits aufgrund seiner Beziehungen zum belarussischen Machthaber Lukaschenko in die Kritik geraten.

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