Violett schimmernd und friedfertig: Die Blauschwarze Holzbiene ist Gartentier des Jahres 2022. Hobbygärtner können es ihr mit einfachen Mitteln wohnlich machen.
Summ, summ! Die Blauschimmernde Holzbiene fühlt sich am wohlsten, wenn sie sich an grossen und nektarreichen Blüten sattessen kann.
Summ, summ! Die Blauschimmernde Holzbiene fühlt sich am wohlsten, wenn sie sich an grossen und nektarreichen Blüten sattessen kann. - Claudia Wittke-Gaida/dpa-tmn

Sie lebt allein, hat kräftige Kauwerkzeuge und mag Totholz: Tierliebende Hobbygärtner, die ihren Flecken Grün möglichst naturnah anlegen, können auch der Blauschwarzen Holzbiene einen Lebensraum schaffen, Deutschlands grösster Wildbiene.

Wie die Heinz Sielmann Stiftung mitteilt, nistet das bis zu etwa 2,5 Zentimeter grosse Insekt bevorzugt in abgestorbenen sonnenbeschienen Baumstämmen. «Lassen Sie am besten die Stämme abgestorbener Bäume stehen», rät deshalb auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Fleissiges Bienchen nagt Gänge in Totholz

Aber auch Holzbalken oder Zaunpfähle können der Biene zur Aufzucht ihrer Brut dienen. Dazu nagt sie in stundenlanger Arbeit mit ihren kräftigen Kiefern fingerdicke, manchmal meterlange Gänge ins Holz und fördert dabei richtiges Sägemehl zutage.

Angesichts fortschreitender Flächenversiegelung sei das Potenzial von Gärten als Naturoasen riesig, sagt Nora Künkler von der Heinz Sielmann Stiftung. «37 Millionen Deutsche besitzen einen Garten.» Auch mit dem Verzicht auf Pflanzen- und Insektengifte könne man zahlreiche tierische Gartengäste anlocken.

Eine Biene, die keinen Staat bildet

Die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) bildet anders als die Honigbiene keine Staaten. Sie lebt allein und wurde kürzlich nach einer Online-Abstimmung von der Heinz Sielmann Stiftung zum Gartentier des Jahres 2022 gekürt. Allein aufgrund ihrer Grösse kann man sie mit einer Hummel verwechseln, doch sie ist tiefschwarz gefärbt, im Sonnenlicht schimmern Körper und Flügel bläulich bis violett.

Zum Umfeld, das das friedfertige Insekt liebt, zählen grosse nektarreiche Blüten, an denen es seine Energiereserven auftankt. Dazu zählen etwa Wicken, Blauregen, Gartengeissblatt und Muskatellersalbei. Xylocopa violacea ist übrigens ein Indikator für den Klimawandel. Fühlte sich die Riesenbiene lange Zeit nur in den Niederungen Süddeutschlands wohl, reicht ihr Verbreitungsareal laut Naturschutzbund inzwischen bis zu einer Linie Osnabrück–Hannover–Berlin.

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