Am 25. März 1942 brachte der erste Zug Jüdinnen aus der Slowakei nach Auschwitz. Die Slowakei erinnerte am Freitag an den Beginn der Judendeportationen.
Auschwitz KZ
Im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurden 1,1 Millionen Menschen ermordet. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden 70'000 Juden aus der Slowakei deportiert.
  • Heute vor 80 Jahren begannen die Judendeportationen.
  • Die Slowakei erinnerte in mehreren Städten mit Gedenkveranstaltungen an diesen Tag.

Die Slowakei hat am Freitag an den Beginn der Judendeportationen in deutsche Konzentrationslager vor 80 Jahren erinnert. Dies mit Gedenkveranstaltungen in mehreren Städten.

Am Abend des 25. März 1942 hatte der erste Zug den Bahnhof der nordslowakischen Stadt Poprad nach Auschwitz-Birkenau verlassen. Darin waren rund 1000 jüdische Frauen und Mädchen.

Damit begannen die Deportationen von Juden in das deutsche Vernichtungslager auf polnischem Boden. Diese erfolgten bald auch aus anderen Ländern als der Slowakei. Präsidentin Zuzana Caputova warnte im Rahmen einer Gedenkveranstaltung in Poprad, der Antisemitismus sei nicht verschwunden.

Ministerpräsident zieht Parallelen zur Gegenwart

In den letzten Jahren hätten antisemitische Vorfälle sogar wieder zugenommen. «Ausdruck von Antisemitismus sind aber auch das Leugnen historischer Fakten und das Verharmlosen von Verbrechen. Zum Beispiel auch in Form der zynischen Begründung der russischen Aggression gegen die Ukraine mit einer sogenannten Entnazifizierung.» Dies erklärte Caputova mit Bezug auf den Krieg im Nachbarland.

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Eduard Heger, Ministerpräsident der Slowakei. - Keystone

Parallelen zur Gegenwart zog auch der konservative Ministerpräsident Eduard Heger: «Dieser traurige Jahrestag erinnert uns jetzt, da in unserem direkten Nachbarland ein Krieg wütet, umso lauter als je zuvor daran: wie wichtig es ist, dass wir entschieden alle Formen von Faschismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus ablehnen.» So zitierte den beim EU-Gipfel in Brüssel weilenden Heger eine vom Regierungsamt veröffentlichte Erklärung.

Verantwortlich für die Deportationen von jüdischen Mitbürgern war ein von Hitler-Deutschland abhängiges Marionettenregime unter dem katholischen Priester Jozef Tiso. Rund 70'000 Juden aus der Slowakei wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs deportiert. Der damalige Diktator wird von Rechtsextremen, die seit 2016 sogar im Parlament in Bratislava vertreten sind, weiterhin verehrt.

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