Thomas Stipsits spielt den gefallenen Immobilienmogul René Benko
Thomas Stipsits verkörpert René Benko im neuen Film «Benko – Size Does Matter». Die Produktion zeigt Aufstieg und Fall des Signa-Gründers.

Der österreichische Schauspieler und Kabarettist Thomas Stipsits (43) spielt René Benko (49) im neuen Spielfilm «Benko – Size Does Matter». Die ORF- und ARD-Produktion erzählt den Aufstieg und den tiefen Fall des ehemaligen Immobilienunternehmers.
Am 2. November 2026 wurde der Film zur Primetime gleichzeitig auf ORF 1 und im Ersten ausgestrahlt. Das Schweizer Fernsehen SRF zeigte die Produktion am darauffolgenden Abend.
Auf ORF 1 schalteten laut dem «Standard» im Schnitt 539'000 Zuschauer ein. Stipsits reagierte zunächst überrascht auf das Angebot für die Hauptrolle.
Warum Thomas Stipsits René Benko verkörpert
Stipsits zeigte sich laut dem «Standard» zunächst überrascht über das Angebot. Er habe nicht damit gerechnet, für die Rolle des Tiroler Unternehmers ausgewählt zu werden.
Regisseur Raymond Ley begründete die ungewöhnliche Besetzung mit dem bewussten Kontrast zwischen Schauspieler und Filmfigur. Er habe keinen Bösewicht mit einem anderen Bösewicht besetzen wollen, erklärte Stipsits.

Die Darstellung setzt deshalb weniger auf eine äusserliche Nachahmung als auf eine schauspielerische Interpretation. Stipsits verleiht Benko Charme, Witz und eine gewisse Verletzlichkeit und auch der Tiroler Dialekt gehört zu seiner Darstellung.
So bereitete sich Stipsits auf die Benko-Rolle vor
Für die Vorbereitung hörte sich der Schauspieler wiederholt Interviews mit Benko an. Anschliessend übte er dessen Sprechweise zu Hause, um sich sprachlich der Figur anzunähern.
Gegenüber dem «Standard» beschrieb er diese Vorbereitung als intensive Beschäftigung mit dem Unternehmer. Eine weitere Schlüsselrolle übernimmt Heino Ferch.
Er spielt Benkos unsichtbaren Schatten und innere Stimme, die den Unternehmer antreibt und ihm Ratschläge gibt. Patricia Aulitzky verkörpert Nathalie Benko.
Signa, Luxusimmobilien und politische Verbindungen
Inhaltlich beschäftigt sich «Benko – Size Does Matter» mit dem Aufstieg des Signa-Imperiums und dessen Zusammenbruch. Der Film thematisiert dabei auch Benkos Streben nach immer grösseren Immobilienprojekten.
Der Film zeigt Benkos Prestigeimmobilien, darunter das Chrysler Building, Selfridges und das KaDeWe. Die Immobilien erscheinen als Symbole für Benkos wirtschaftliche Ambitionen.
Auch Benkos Kontakte zu Politik und Medien, insbesondere zu Ex-Kanzler Sebastian Kurz, werden thematisiert. Ebenso thematisiert die Produktion Benkos Beteiligung an der Kronen Zeitung über die deutsche Funke-Gruppe.
Juristische Vorsicht bei der Filmproduktion
Die Veröffentlichung des Films wurde von erheblichen juristischen Bedenken begleitet. Die Dreharbeiten wurden von Anfang an rechtlich begleitet.
Die Verantwortlichen wollten verhindern, dass eine einstweilige Verfügung die Ausstrahlung kurzfristig stoppt. Auch die «Bild» berichtete über aussergewöhnliche Sicherheitsvorkehrungen vor der Premiere.
Ausgewählte Journalisten durften den Film demnach erst drei Tage vor der Ausstrahlung unter Aufsicht ansehen. Bei digitalen Vorführungen wurde das Bild mit individuellen Namenskennzeichnungen versehen.
Fiktion und Realität: Stipsits vor seiner grössten Herausforderung
Der Film verbindet dokumentierte Ereignisse mit fiktionalen Elementen. Laut der «Joyn» verfolgt die ARD damit ausdrücklich keinen Anspruch auf eine möglichst genaue äusserliche Nachbildung Benkos.
Die Darstellung beleuchtet Benkos persönliche Wirkung auf sein Umfeld. Sie zeigt, wie es ihm gelang, andere Menschen von seinen Vorhaben zu überzeugen.

Für Stipsits zählt die Rolle zu den grössten Herausforderungen seiner bisherigen Karriere. Bekannt wurde er einem breiten Fernsehpublikum unter anderem durch seine Mitwirkung im Wiener «Tatort».
Katharina Strasser, Georg Danzer und Stipsits' weitere Pläne
Auch privat ist Stipsits mit einer bekannten Schauspielerin verbunden gewesen. Von 2014 bis 2022 war er mit Katharina Strasser verheiratet.
Das ehemalige Paar hat zwei gemeinsame Kinder und arbeitet weiterhin an einem freundschaftlichen Verhältnis, wie die «Joyn» schreibt. Stipsits möchte sich schauspielerisch nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen lassen.
Gegenüber dem «Standard» betonte er, dass er sowohl komödiantische als auch anspruchsvolle Charakterrollen übernehmen möchte. Eine weitere Wunschrolle wäre für ihn der österreichische Musiker Georg Danzer, den er als grosses Vorbild bezeichnet.












