Bio-Fleisch wird im Vergleich zu normalem immer teurer
Bio-Fleisch kostet im Detailhandel immer mehr als konventionelle Ware. Der Preismonitor 2026 zeigt, wie gross die Preisunterschiede inzwischen sind.

Das Wichtigste in Kürze
- Bio-Hinterschinken kostet fast 40 Franken pro Kilo mehr als konventioneller.
- Der Bio-Aufschlag kommt laut Preismonitor nicht automatisch bei den Bauern an.
Wer Bio kauft, bezahlt oft deutlich mehr. Besonders krass ist der Preisunterschied beim Hinterschinken: 61.10 Franken kostet das Kilo in Bio-Qualität.
Für konventionellen Hinterschinken werden im Schnitt rund 22 Franken fällig. Fast 40 Franken Unterschied!
Die Zahlen stammen aus dem Preismonitor 2026 von Faire Märkte Schweiz (FMS) und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). «CH Media» berichtete zuerst darüber.
Bauern profitieren nicht immer von Bio-Aufschlag
Untersucht wurden die Preise verschiedener Lebensmittel in Schweizer Supermärkten und Discountern. Dabei zeigt sich: Der Bio-Aufschlag landet nicht automatisch bei den Landwirten.
Beim Hinterschinken ist der Bio-Preis seit 2023 unverändert. Gleichzeitig ist der Produzentenpreis für konventionelle Schweine innerhalb eines Jahres um 32 Prozent eingebrochen.
Er sank von 5 auf 3.40 Franken pro Kilo Schlachtgewicht. Auch beim Schweinsnierstück ging der Produzentenpreis deutlich zurück. Die Ladenpreise sanken allerdings weniger stark.
Nicht überall wird Bio teurer
Es gibt auch positive Beispiele. Bio-Kartoffeln kosteten im Supermarkt 2025 noch durchschnittlich 3.48 Franken pro Kilo. 2026 waren es nur noch 2.88 Franken.
Damit liegen sie auf dem Preisniveau der Discounter. Das, obwohl die Produzentenrichtpreise gestiegen sind.
Auch bei Rüebli müssen Konsumentinnen und Konsumenten kaum tiefer in die Tasche greifen.
Trotz höherer Produzentenrichtpreise beträgt der Aufpreis für Bio lediglich zehn Rappen pro Kilo.
Anders sieht es bei Äpfeln aus. Während konventionelle Ware im Supermarkt günstiger wurde, blieben die Bio-Preise ungefähr gleich.
Faire Märkte Schweiz kritisiert Bio-Preise
Der Abstand zwischen Laden- und Produzentenpreis ist bei Bio-Äpfeln inzwischen 2,4-mal so gross wie bei konventionellen Äpfeln.
Für Faire Märkte Schweiz sind die Ergebnisse ein Warnsignal. Bio-Produkte müssten für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar bleiben.
Gleichzeitig brauche es eine faire Entschädigung für die Landwirtschaft.
Infos zum Preismonitor
Der Preismonitor von Faire Märkte Schweiz und der Fachhochschule Nordwestschweiz untersucht regelmässig die Preisrelationen ausgewählter Lebensmittel in biologischer, IP-Suisse und konventioneller Produktion.











