Separatisten holen all ihr Geld von spanischen Banken
In Erwartung von Zwangsmassnahmen der Zentralregierung verstärken die Katalanen ihre Mobilisierung. Ministerpräsident Rajoy trifft sich mit PSOE-Chef Sánchez. Im Gespräch ist eine Neuwahl des katalanischen Regionalparlaments im Januar.
#laforcadelagent
Das Wichtigste in Kürze
- Die katalonischen Separatisten weiten ihre Protestaktion gegen Spanien weiter aus.
- Sie rebellieren, in dem sie all ihr Guthaben von spanischen Bankautomaten abheben.
Aus Protest gegen das Vorgehen der spanischen Regierung haben katalanische Separatisten reihenweise Geld von den Banken abgehoben. Die Menschen folgten am Freitag einem Aufruf der Organisationen Katalanische Nationalversammlung (ANC) und Omnium Cultural und zogen Guthaben von ihren Konten bei den grossen spanischen Banken ab. Unter dem katalanischen Hashtag «#laforcadelagent» (Die Stärke der Menschen) dokumentierten sie ihre Beteiligung an der Aktion. Auf Twitter waren Schlangen vor den Banken zu sehen.
«Es ist Zeit zu zeigen, dass unsere Stärke in jedem von uns liegt, dass die Summe der kleinen individuellen Schritte alles verändern kann», erklärte Omnium Cultural. Die Organisation hatte bereits am Vorabend angekündigt, zunehmend auf direkte Aktionen und die Macht der Verbraucher zu setzen. Am Wochenende sind ausserdem Demonstrationen in Barcelona geplant. Die Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, sagte am Freitag in einem Interview des Senders Cadena Ser, sie halte den Aufruf zum Geldabheben nicht für die beste Idee. Mit den jetzt anstehenden Entscheidungen in Madrid werde sich aber die Mobilisierung der Unabhängigkeitsbewegung verstärken.
Das Kabinett von Ministerpräsident Mariano Rajoy will am Samstag beschliessen, mit welchen konkreten Zwangsmassnahmen die Pläne der Katalanen für einen eigenen Staat gestoppt werden sollen.










