An Mallorcas Küste tauchen Haie mit Axtwunden auf
Vor Mallorca wurden zwei Haie gefunden, die wohl von Fischern mit spitzen Gegenständen getötet wurden. Möglicherweise landeten sie versehentlich in den Netzen.

Das Wichtigste in Kürze
- Vor Mallorca wurden zwei getötete Haie mit schweren Wunden gefunden.
- Sie wurden wohl versehentlich von Fischern gefangen und an Bord getötet.
- Experten fordern deshalb eine engere Zusammenarbeit der Fischer mit Wissenschaftlern.
Gleich zwei tote Grauhaie wurden am Dienstag am Strand von Mallorca gefunden. Analysen deuten darauf hin, dass die beiden Tiere von Fischern absichtlich getötet worden sind. Dies teilt die Stiftung Meeresschutz des Palma Aquariums mit.
Ein Spaziergänger fand demnach einen toten Hai am Strand und alarmierte den Notruf. Die Polizei barg anschliessend das Tier. Experten des Aquariums fuhren daraufhin auf das Meer hinaus und fanden einen weiteren Hai. Beide wurden dann untersucht.
«Es handelt sich um Weibchen, die in einem hervorragenden körperlichen Zustand waren», wird ein Experte in der Medienmitteilung zitiert. Beide Tiere wiesen aber «schwere Wunden in der Rückenregion auf, die das Rückenmark durchtrennten und den Tod verursachten».
Grauhaie halten sich meist am Meeresgrund auf, wo sie nach Aas, Krebstieren, Fischen und Knorpelfischen suchten. Tagsüber treiben sie fast regungslos in 150 bis 200 Metern Tiefe, nachts begeben sie sich in seichtere Gewässer.
Haie als unliebsamer Beifang
Hier kommt es immer wieder zu Zusammenstössen mit Fischern, teils werden sie in den Schleppnetzen gefangen. Für die Fischer ist es unliebsamer Beifang: Die Haie beschädigen den Fang und die Netze, zudem stellen sie ein Risiko für die Crew dar.
Die Stiftung Meeresschutz geht dann auch davon aus, dass die beiden Tiere versehentlich gefangen wurden. Anschliessend wurden sie wohl von den Fischern mit einem scharfen Gegenstand, möglicherweise einer Axt, attackiert.
Nicht die ersten getöteten Haie
Die balearische Meeresschutzstiftung Marilles verweist darauf, dass es ähnliche Fälle auch 2025, 2019 und 2016 gab. «Es liegt in den Händen der balearischen Fischer, dafür zu sorgen, dass die Grauhaie vom 19. Mai die letzten sind, die an Bord getötet wurden.» Sie fordert Protokolle für den Umgang mit gefangenen Haien und eine Meldepflicht.
Sie betont aber auch, dass der Fall nicht den Ruf der gesamten Branche beschädigen dürfe. Die Fischer hätten in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, um nachhaltiger zu sein.
Auch die Stiftung Meeresschutz des Aquariums hebt die guten Absichten hervor und schreibt: «Die grosse Mehrheit der Fischer geht ihrem Job verantwortungsvoll nach.» Sie fordert eine bessere Zusammenarbeit zwischen Fischern und Wissenschaftlern.















