Schreien & weinen: Franzosen prügeln sich um Ventilatoren

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Frankreich,

Lidl bot in Frankreich stark reduzierte Ventilatoren und Klimaanlagen an. In der Folge kam es zu langen Schlangen und Handgreiflichkeiten.

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In Frankreich prügeln sich die Menschen um Ventilatoren und Klimaanlagen. - X

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen der Hitzewelle bot Lidl in Frankreich Ventilatoren und Klimaanlagen reduziert an.
  • Zahlreiche Shopper standen bereits um 4 Uhr vor den Geschäften.
  • Anschliessend kam es zu Handgreiflichkeiten, die Polizei musste teils eingreifen.

Nach der heftigen Hitzewelle der vergangenen Woche gibt es aktuell einige angenehmere Tage in Frankreich. Doch schon am Wochenende sollen die Thermometer wieder auf 37 Grad und mehr steigen. Viele Franzosen wollen sich deshalb vorbereiten.

Lidl wollte daraus Profit schlagen: Der Händler kündigte gross an, die Läden mit stark reduzierten Klimaanlagen und Ventilatoren zu füllen. Wie zahlreiche französische Medien, darunter AFP oder «L’Essentiel», berichten, standen viele Schnäppchenjäger deshalb ganz früh auf.

Ab vier Uhr morgens bildeten sich vor vielen Lidl-Filialen lange Schlangen. Teils kam es auf den Strassen in der Nähe zu Staus. Und in vielen Fällen blieb es nicht friedlich. Dies zeigen auch Videos und Fotos in den sozialen Medien.

In Nanterre wurde die Eingangstür von der drängelnden Masse beschädigt. In zahlreichen anderen Filialen kam es zu Sprintrennen zu den Geräten, zu Handgreiflichkeiten und Tränen. Vielerorts musste die Polizei einschreiten.

Hast du einen Ventilator zu Hause?

Aufnahmen zeigen auch eine Frau, die wohl in Ohnmacht gefallen war. Den Ventilator, den sie ergattern konnte, hielt sie dennoch in den Armen.

Vorwürfe gegen Lidl

Viele Shopper machen der Ladenkette schwere Vorwürfe. Denn in einigen Geschäften waren auch bei Ladenöffnung nur wenige Klimaanlagen und Ventilatoren verfügbar. Berichten zufolge gab es in einigen Filialen bloss zehn oder zwanzig Geräte.

Lidl hätte den grossen Ansturm aufgrund der Hitzewelle voraussehen müssen, lautete einer der Vorwürfe. Es hätte eine bessere Organisation und Sicherheitsvorkehrungen gebraucht.

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Kommentare

User #1642 (nicht angemeldet)

Egoismus vs Anstand. Ein gutes und leider auch trauriges Beispiel, wie der Mensch handeln kann, wenn etwas Knapp wird. Und das wird in Zukunft nicht nur bei Ventilatoren der Fall sein.

User #4281 (nicht angemeldet)

Kleiner Vorgeschmack wie es dann aussieht, wenn sich die Menschen in der Schlange ums letzte Wasser prügeln und abstechen. Diese Hitzewellen welche die Lebewesen in Frankreich so plagte, wird noch sehr, sehr harmlos sein, im Vergleich zur Zukunft der Klimakatastrophe. Und trotzdem sind die Leute 'schon' auf 180 und prügeln sich um Ventilatoren. Wartet nur ab, wenn es dann noch viel brutalere Hitzewellen und Folgen der Klimakatastrophe sind. Wenns dann ans Eingemachte geht. Wird äusserst 'unschön'... Aber hey, Klimawandelschmandel gäbe es gar nicht und Verzichten würde man sicher nicht und hauptsache die Profite für Ölindustrie und das Kapital sprudeln maximal. Adee Menschheit.

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