Russland setzt Prozess gegen Jacques Tilly fort

    Melsada Zec-Zejnic
    Melsada Zec-Zejnic

    Deutschland,

    In Russland wird heute erneut gegen den Düsseldorfer Karnevalskünstler Jacques Tilly verhandelt – ohne sein Wissen und ohne seine Anwesenheit.

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    In Russland steht der Düsseldorfer Karnevalskünstler Jacques Tilly wegen satirischer Putin-Darstellungen vor Gericht. - keystone

    Die russische Justiz führt heute, am 28. Januar, den Prozess gegen Jacques Tilly weiter. Der Düsseldorfer Bildhauer und Karnevalswagenbauer wurde nicht offiziell informiert, wie «Stern» berichtet.

    Richter Konstantin Otschirow verlegte den Termin zuvor im Dezember. Grund war die Abwesenheit von Tillys Pflichtverteidigerin auf Dienstreise.

    Tilly betont, keine Vorladung erhalten zu haben. «Kein Brief, keine Info – nichts», sagte er auf dpa-Anfrage.

    Vorwürfe wegen Putin-Satire

    Tilly muss sich laut «WDR» wegen Verunglimpfung russischer Staatsorgane vor Gericht verantworten. Dazu zählen nach Angaben des Gerichts die russische Armee und Präsident Putin.

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    Ein Karnevalswagen von Jacques Tilly zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin in drastischer satirischer Zuspitzung. - keystone

    Die Anklage wirft ihm falsche Darstellungen der russischen Armee vor. Die Motive werden von der Anklage als eigennützig und politisch begründet dargestellt.

    Tilly weist die Vorwürfe laut «Süddeutscher Zeitung» entschieden zurück. Er betont, er habe nie die russische Armee dargestellt, sondern stets Putin satirisch kritisiert.

    Prozess läuft in Abwesenheit des Angeklagten

    Seine Karnevalswagen karikieren Putin laut «Stern» regelmässig in satirischer Form. Ein Motiv zeigt Putin in einer blutgefüllten Badewanne in ukrainischen Farben.

    Darf politische Satire auch drastisch und provozierend sein?

    Der Prozess läuft in Abwesenheit des Angeklagten, wie «t-online» berichtet. Die deutsche Botschaft war beim ersten Termin vertreten.

    Das Auswärtige Amt berät Tilly laufend, berichtet «WDR». Internationale Kritik hält das Verfahren für Willkürjustiz.

    Viele Ukraine-Kritiker bereits in Russland verurteilt

    Das russische Gesetz auf Verunglimpfung sieht bis zu zehn Jahre Haft vor. Nach Angaben von «Stern» wurden bereits viele Ukraine-Kritiker in Russland verurteilt.

    Tilly erfuhr vom Verfahren laut «t-online» über die Initiative «Freies Russland NRW». Oppositionelle hätten ihn privat über das Verfahren informiert.

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    Tillys Karnevalswagen mit politischer Satire über Russland stoßen international immer wieder auf Aufmerksamkeit und Kritik. - keystone

    Tilly bezeichnet die russische Justiz als «Blackbox». Er fühle sich wie ein unbeteiligter Zuschauer, berichtet «WDR».

    Putin-Karikaturen und politische Satire von Tilly

    Jacques Tilly gilt laut «Welt» als führender Künstler der Düsseldorfer Karnevalsszene mit grosser Bekanntheit. Seine satirischen Arbeiten greifen laut Welt die deutsche und internationale Politik oft pointiert und scharf aufs Korn.

    Er baut seit Jahren Karnevalswagen mit Putin-Motiven für Düsseldorf. Seine Werke ziehen jährlich grosse Aufmerksamkeit von Medien und Publikum auf sich, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet.

    Kommentare

    User #4998 (nicht angemeldet)

    Es gibt genug Schweizer und Deutsche in Russland,die normal in Russland leben und gut verdienen. Zepter ist von Russland nicht verschwunden. Wenn man keinen Mist baut, wird man in Russland nicht verurteilt.

    User #3985 (nicht angemeldet)

    Wie wenn ihn ein Urteil bei den Russen interessieren würde. Oh er darf dann nicht nach Russland oder Weißrussland reisen, aber da will eh keiner hin.

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