Zehn Tote bei Luftangriffen auf syrische Rebellenhochburg Idlib
Bei Luftangriffen auf die syrische Rebellenhochburg Idlib sind nach Angaben von Aktivisten zehn Zivilisten getötet worden.

Das Wichtigste in Kürze
- Bundesregierung fordert «sofortige echte Waffenruhe».
Die Bomben schlugen in der Nacht zum Donnerstag in der Nähe einer Bäckerei und einer Klinik in der Stadt Ariha ein. Ein AFP-Reporter sah einen von Geröllstaub bedeckten Arzt schreiend aus der Klinik rennen, mehrere Wände des Gebäudes waren eingestürzt. Die Bundesregierung verurteilte die zunehmenden Angriffe auf zivile Ziele in Idlib.
Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren unter den Todesopfern mindestens fünf Frauen. Die Beobachtungsstelle machte Russland für die Angriffe verantwortlich. Moskau wies den Vorwurf zurück. Die russische Luftwaffe habe in der Nacht zum Donnerstag keinerlei Kampfeinsätze in Idlib geführt, erklärte das Aussenministerium. Medienberichte über die angeblichen Angriffe seien eine «Provokation».
Die Syrische Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in London und bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind die Angaben kaum überprüfbar. Bei ihren Angaben zu den Verursachern von Luftangriffen stützt sie sich nach eigenen Angaben auf Flugzeugtyp, Ort, Flugbewegung und genutzte Munition.
Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP bestätigte am Donnerstag, dass die Klinik in Ariha durch einen Angriff beschädigt wurde. Infolge des Angriffs stürzten zudem in der Umgebung mindestens drei Häuser ein. Wehklagende Frauen und Kinder verfolgten die Suche der Einsatzkräfte nach möglichen Überlebenden in den Trümmern.
Russland unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad, der die Provinz Idlib, die letzte verbliebene Rebellenhochburg, wieder unter seine Kontrolle bringen will. Am Mittwoch hatten die Regierungstruppen die strategisch wichtige Stadt Maaret al-Numan zurückerobert.
Die Bundesregierung verurteilte die aktuelle Offensive der Regierungstruppen in Idlib. Diese wirke allen internationalen Bemühungen entgegen, eine politische Lösung für Syrien zu finden. Angesichts der zunehmenden Angriffe auf zivile Infrastruktur forderte die Bundesregierung zudem «das syrische Regime und seine Verbündeten dazu auf, den Schutz von Zivilisten zu garantieren und das humanitäre Völkerrecht einzuhalten». Es müsse eine «sofortige echte Waffenruhe» sowie den uneingeschränkten humanitären Zugang zu allen Menschen in Not geben.














