Russisches Ehepaar wegen Bibellesung in Hagia Sophia festgenommen

Keystone-SDA
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Türkei,

Ein russisches Touristenpaar wurde in Istanbul festgenommen, weil sie in der Hagia Sophia, die derzeit als Moschee dient, die Bibel gelesen haben sollen. Sie wurden von der Polizei aus dem Gebäude eskortierten und festgenommen, meldete die österreichische Kathpress.

Hagia Sophia Istanbul
Die Hagia-Sophia-Moschee in Istanbul. Hier nahm ein russisches Paar eine Bibellesung vor – und wurde verhaftet. - keystone

Anschliessend wurden sie in ein Migranten-Internierungslager verlegt, wo sie laut Medienberichten bis zum Abschluss der Verwaltungsverfahren in Haft bleiben sollen.

Die beiden russischen Staatsbürger stehen im Verdacht, gegen Artikel 216 des türkischen Strafgesetzbuches verstossen zu haben, der den Straftatbestand der «Anstiftung zum Hass» betrifft. Der Vorfall soll sich am Montag ereignet haben.

Nach türkischem Recht darf die Verwaltungshaft von Ausländern sechs Monate nicht überschreiten, kann jedoch um weitere sechs Monate verlängert werden, wenn die Abschiebung aufgrund fehlender Dokumente oder mangelnder Kooperation des Inhaftierten nicht abgeschlossen werden kann.

Unterdessen sorgte dieser Tage auch ein Social Media-Beitrag des türkischen Kulturministers Mehmet Nuri Ersoy für Empörung in der orthodoxen (griechischen) Welt. Anlässlich des 6. Jahrestags der Wiedereröffnung der Hagia Sophia als Moschee sprach er von einem «Symbol der Eroberung». Er erinnerte an den «historischen Tag», an dem die Hagia Sophia mit der Unterschrift des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wieder für den Gottesdienst geöffnet wurde. Damit sei ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen.

«In der Hagia Sophia, dem Symbol der Eroberung und dem einzigartigen Erbe von Sultan Mehmed dem Eroberer, führen wir mit grösster Sorgfalt die umfangreichsten Restaurierungsarbeiten in der Geschichte der Republik Türkei durch, um dieses heilige Erbe für künftige Generationen in seiner ursprünglichen Form zu bewahren», schrieb Ersoy.

Die Hagia Sophia wurde im Jahr 537 als damals grösste Kirche der Christenheit errichtet. Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen 1453 wurde sie in eine Moschee umgewandelt, später, in der Türkischen Republik, von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk 1935 zum Museum erklärt. Staatspräsident Erdogan machte sie im Juli 2020 wieder zur Moschee. Die Kuppel geht in ihrer jetzigen Gestalt auf das Jahr 562 zurück.

Kommentare

User #6260 (nicht angemeldet)

Stell dir vor, du würdest den Koran in einer Kirche in RU vorlesen.

User #2152 (nicht angemeldet)

Geschichten aus dem Paulanergarten.

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