Rettungsschwimmer nutzen bei ihren Einsätzen bald KI
Künstliche Intelligenz könnte an den Stränden Venetiens bald Rettungsschwimmer unterstützen. Sie soll Gefahren erkennen und Alarm schlagen.

Das Wichtigste in Kürze
- In Italien wird das erste Mal KI für die Strandsicherheit eingesetzt.
- In der Region Venetien soll das System zum Einsatz kommen.
- Ein digitales Auge erkennt in Sekundenschnelle eine Gefahr im Wasser.
An den Stränden Venetiens könnte bald Künstliche Intelligenz dabei helfen, Leben zu retten. Im italienischen Badeort Bibione wird dafür ein System aus Kameras und KI geprüft.
Ein «digitales Auge» soll Rettungsschwimmer dabei unterstützen, Gefahren und Notfälle in Sekundenschnelle zu erkennen, berichtet «RSI». Es ist das erste Mal in Italien, dass KI im Bereich der Strandsicherheit eingesetzt werden soll.
Die Idee sei entstanden, weil es einen zunehmenden Mangel an Rettungsschwimmern gebe, sagt Lorenzo Braida, Vorsitzender des italienischen Strandbadverbands Venetiens. Ohne Rettungsschwimmer dürften die Strandbäder laut Gesetz nicht geöffnet bleiben.
Braida erklärt im Interview mit der RSI-Nachrichtensendung «Telegiornale» wie das System funktionieren soll: «Die KI hat sich weiterentwickelt und ist in der Lage, noch vor dem Menschen zu erkennen, wer in Not ist. Sie löst einen Alarm aus, und so kann, falls erforderlich, viel schneller eingegriffen werden.»
Bademeister Alberto Felisari sagt: «Das wäre eine äusserst wertvolle Unterstützung.» Solche Systeme seien effizienter als Menschen. «Wir können fünf bis zehn Personen im Blick behalten, während die KI ganze Bereiche überwacht», erklärt er.
Privatsphäre bleibt gewährleistet
Das System, das getestet wird, kommt von einem in Dubai ansässigen Unternehmen. Es wird bereits in Australien und in Israel eingesetzt.
Der Strand werde nicht zu einer Überwachungszone, versichert Adamo Zecchinel. Er ist der Präsident von Bibione Spiaggia, einer der grössten Strandbetreiber Europas.
Zecchinel: «Das Erste, was wir verlangt haben, ist der Schutz der Privatsphäre. Die Kamerabilder können unscharf gemacht werden, Personen können mit einem Punkt markiert und somit nicht identifiziert werden.» Es sei nicht notwendig, Personen zu erkennen, sondern ungewöhnliche Bewegungen im Wasser und am Strand zu verfolgen.
Die KI muss noch Erfahrungen sammeln, um Gefahrensituationen erkennen zu können und sofort Alarm auszulösen.
«Die derzeitigen Algorithmen sind noch nicht so ausgereift, dass sie hervorragende Arbeit leisten können», schliesst Lorenzo Braida.















