Pressefreiheit

    Rangliste der Pressefreiheit: Deutschland rutscht weiter ab

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Nie hat Reporter ohne Grenzen so viele gewaltsame Angriffe gegen Journalisten in Deutschland gezählt. Das hat Folgen fürs Ansehen: Die Bundesrepublik steigt im internationalen Vergleich ab - erneut.

    Mikrofone von Journalisten stehen vor der Justizvollzugsanstalt Neumünster. Deutschland ist auf der Rangliste der Pressefreiheit weiter abgerutscht.
    Mikrofone von Journalisten stehen vor der Justizvollzugsanstalt Neumünster. Deutschland ist auf der Rangliste der Pressefreiheit weiter abgerutscht. - Frank Molter/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat Deutschland in der weltweiten «Rangliste der Pressefreiheit» erneut herabgestuft.

    Die Bundesrepublik rangiert nun drei Plätze tiefer auf Rang 16 - hinter Ländern wie Litauen, Jamaika und den Seychellen.

    Die Rangliste wird an diesem Dienstag in Berlin veröffentlicht. RSF begründete das Abrutschen Deutschlands mit gleich mehreren Negativ-Faktoren. «Für diese Entwicklung sind drei Gründe zentral: eine Gesetzgebung, die Journalistinnen und Journalisten sowie ihre Quellen gefährdet, abnehmende Medienvielfalt sowie allen voran Gewalt bei Demonstrationen.» Die Zahl der gewaltsamen Angriffe habe mit 80 verifizierten Fällen so hoch wie noch nie seit Beginn der Dokumentation im Jahr 2013 gelegen. Bereits im Vorjahr sei mit 65 Fällen ein Negativrekord erreicht worden, so die Organisation.

    «Die meisten der Angriffe (52 von 80) ereigneten sich bei Protesten des "Querdenken"-Spektrums gegen Corona-Massnahmen, an denen regelmässig gewaltbereite Neonazis und extrem rechte Gruppen teilnahmen. Medienschaffende wurden bespuckt, getreten, bewusstlos geschlagen. Betroffene klagten häufig über mangelnde Unterstützung durch die Polizei. Zudem wurden 12 Angriffe der Polizei auf die Presse dokumentiert.» Hinzu komme eine hohe Dunkelziffer. Neu waren der Analyse zufolge 2021 akustische Angriffe mit Fussballfanfaren.

    Deutschland war im vergangenen Jahr erstmals aus der Spitzengruppe geflogen. Seitdem gilt die Lage der Pressefreiheit in unserem Land nicht mehr als «gut», sondern nur noch als «zufriedenstellend». Nachvergleichbarer Methodik gibt es die Aufstellung seit dem Jahr 2013.

    Zu den Schlusslichtern unter den 180 Ländern im Vergleich gehört China auf Platz 175, «unter anderem aufgrund nahezu allumfassender Internetzensur und Überwachung sowie Propaganda im In- und Ausland». In Myanmar (176) und Iran(178) sieht es ähnlich finster aus.

    Drei totalitäre Regime stehen ganz unten, so RSF: Turkmenistan (177), Eritrea (179) und Nordkorea (180): «Alle drei haben gemeinsam, dass die jeweilige Regierung die komplette Kontrolle über alle Informationsflüsse hält; Raum für Verbesserungen der Pressefreiheit scheint es unter den aktuellen Regimen nicht zu geben.» Ganz oben in dem Ranking liegen Norwegen (1), Dänemark (2) und Schweden (3).

    Kommentare

    Weiterlesen

    f
    134 Interaktionen
    2000.-
    Beulendoktor: «Arbeite derzeit bis zu 16 Stunden am Tag»
    67 Interaktionen
    Hagelschäden

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    481 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Sanitär
    4 Interaktionen
    Studie zeigt

    MEHR PRESSEFREIHEIT

    Donald Trump USA
    13 Interaktionen
    Pressefreiheit
    abc news
    1 Interaktionen
    Washington/New York
    pressefreiheit
    10 Interaktionen
    USA stürzen ab
    3 Interaktionen
    Berlin

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    mitarbeiter
    36 Interaktionen
    Gen Z
    Vanessa Behrendt AfD
    72 Interaktionen
    Wut in Deutschland
    Frankfurt/Main
    ki
    KI aus Deutschland