Recep Tayyip Erdogan

    Putin und Erdogan treffen sich in Sotschi am Schwarzen Meer

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    Ukraine,

    Der türkische Präsident will mit dem Kremlchef über eine Wiederaufnahme des im Juli ausgesetzten Abkommens zum Export von ukrainischem Getreide sprechen.

    Kremlchef Wladimir Putin (r) und Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, bei einem früheren Treffen in Teheran.
    Kremlchef Wladimir Putin (r) und Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, bei einem früheren Treffen in Teheran. - Sergei Savostyanov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Putin und Erdogan treffen sich in Sotschi, um über ukrainisches Getreide zu sprechen.
    • Die Türkei fordert die Rückkehr zum Getreideabkommen über das Schwarze Meer.
    • Russland stellt ebenfalls Bedingungen für die Wiederaufnahme des Abkommens.

    Der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan treffen sich heute zu Gesprächen in Sotschi am Schwarzen Meer. Dabei wird es um bilaterale und um internationale Fragen gehen, wie der Kreml mitteilte.

    Glauben Sie, dass das Treffen zwischen Erdogan und Putin erfolgreich sein wird?

    Ein wichtiges Thema der Gespräche, die am Mittag beginnen sollen, ist die von Erdogan geforderte Rückkehr zu dem Abkommen zur Verschiffung von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer. Das Abkommen ist wichtig für die Versorgung der Welt mit Lebensmitteln.

    Kreml stellt Bedingungen

    Die Türkei sorge sich zudem um die Sicherheit in der Schwarzmeer-Region, hiess es aus Ankara. Putin hatte für eine Rückkehr zu dem im vorigen Jahr unter Vermittlung der Erdogan-Regierung und der Vereinten Nationen ausgehandelten Abkommen Bedingungen gestellt. So sollten die vom Westen im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erlassenen Sanktionen gelockert werden, damit Moskau auch eigenes Getreide und Düngemittel wieder ungehindert exportieren kann. Für die Türkei sind auch die russischen Gaslieferungen durch das Schwarze Meer wichtig.

    Düngemittel
    Ammoniak sei für die Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung, da es die Grundlage für Düngemittel bilde. (Symbolbild) - dpa

    Es ist das erste Treffen der beiden Staatschefs seit Erdogans Wiederwahl im Mai. Die Beziehungen beider Länder sind keineswegs unbelastet, nicht nur im Bürgerkriegsland Syrien stehen sie sich als Konfliktparteien gegenüber. In der Konfliktregion Berg-Karabach steht die Türkei auf der Seite von Aserbaidschan, das 2020 einen Krieg um das Gebiet gegen Armenien gewonnen hatte. Armenien hingegen sieht sich von Putin und der Schutzmacht Russland im Stich gelassen.

    Türkei nicht an Sanktionen beteiligt

    Im Krieg in der Ukraine tritt der türkische Präsident als Vermittler zwischen Moskau und Kiew auf und unterhält zu beiden Konfliktparteien enge Kontakte. Das Nato-Mitglied Türkei beteiligt sich nicht an den Sanktionen des Westens gegen Russland.

    Russland liess das Getreideabkommen im Juli auslaufen. Die Sicherheitsgarantien für den Schiffsverkehr mit ukrainischen Häfen wurden aufgehoben. Das führte zu einer neuen Seeblockade. Vorher hatte das Agrarland Ukraine trotz der russischen Invasion seit Sommer 2022 auf dem Seeweg etwa 33 Millionen Tonnen Getreide und andere landwirtschaftliche Produkte ausgeführt. Das vom Krieg gezeichnete Land ist dringend auf die Einnahmen aus dem Export angewiesen.

    Russland Getreidedeal
    Russland hat den Getreidedeal im Juli aufgekündigt. - Khalil Hamra/AP/dpa/Archiv

    Die Ukraine und Russland sind wichtige Lieferanten von Weizen, Gerste, Sonnenblumenöl und anderen Nahrungsmitteln – insbesondere für Länder in Afrika, im Nahen Osten und in Teilen Asiens. Vor Kriegsbeginn war Russland ausserdem der weltweit grösste Exporteur von Düngemitteln. Der Ausfall dieser Lieferungen nach der russischen Invasion im Februar 2022 trieb die Lebensmittelpreise weltweit in die Höhe und schürte die Sorge vor einer Hungerkrise in ärmeren Ländern.

    Getreide wichtig für Afrika und Asien

    Russland hat im Süden der Ukraine zuletzt die Schwarzmeer- und die Donauhäfen in der Region Odessa mit Raketen- und Drohnenangriffen überzogen und dabei wichtige Infrastruktur für den Getreideexport zerstört. Die Ukraine warf Russland deshalb Terror vor mit dem Ziel, den für die Welternährung wichtigen Transport von Getreide etwa nach Afrika oder Asien verhindern zu wollen. Bei den Gesprächen in Sotschi sind keine Vertreter der UN oder der Ukraine dabei, mit einem nachhaltigen Durchbruch ist deshalb kaum zu rechnen.

    Kurz vor neuen russischen Angriffen am Wochenende hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mitgeteilt, dass zwei weitere Frachtschiffe den von Kiew eingerichteten Getreidekorridor im Schwarzen Meer passiert hätten. Nach dem Ausstieg Russlands aus dem Abkommen versucht Kiew, den Export trotz des Risikos durch Moskauer Angriffe zu organisieren.

    Wladimir Putin Ukraine Krieg
    Putin an einer Rede in Moskau. (Archivbild) - SPUTNIK/AFP

    Russland hatte gedroht, Schiffe, die ukrainische Häfen anlaufen, als Träger militärischer Fracht anzusehen. Selenskyj forderte nun die westlichen Verbündeten einmal mehr auf, noch mehr Flugabwehrsysteme zu liefern, um die Region besser vor den russischen Attacken zu schützen. So will die Ukraine auch die Lufthoheit zurückerlangen.

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