Psychotherapeuten bezweifeln Nutzen mancher Gesundheitsapp

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Wer unter psychischen Problemen leidet, wartet oft lange auf einen Therapieplatz. Können digitale Angebote womöglich die Lücke schliessen? Psychotherapeuten warnen vor Irreführung.

    Schon bald wird es einige neue Apps zur Therapie für psychische Erkrankungen geben. Doch eine Expertin rät zur Vorsicht. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
    Schon bald wird es einige neue Apps zur Therapie für psychische Erkrankungen geben. Doch eine Expertin rät zur Vorsicht. Foto: Christin Klose/dpa-tmn - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Landespsychotherapeutenkammer in Rheinland-Pfalz hat vor zu hohen Erwartungen an digitale Gesundheitsapps und -programme gewarnt.

    «Die Qualität muss geprüft werden: was bringt nach vorne und was ist Irreführung», sagte die Präsidentin der Standesvertretung, Sabine Maur.

    «Eine App, die «per Mausklick» gegen Depressionen helfen soll, ist eine Irreführung von psychisch belasteten Menschen, die Hilfe suchen.» Von September an werde es eine Reihe neuer Apps zur Therapie für psychische Erkrankungen geben, von denen einige auch verschrieben werden dürften, sagte sie.

    Denn: «In der Regel sind das digitale Selbsthilfe-Angebote ohne Kontakte zu Psychotherapeuten», sagte Maur. Und: «Wenn jemand mit Depressionen an einer solchen App scheitert, können die Depressionen noch schlimmer werden.» Vorsicht sei auch geboten bei «Onlinetherapie»-Angeboten, die mit irreführender Werbung Erwartungen schürten, aber beispielsweise nicht mehr als zwei halbstündige Telefonate mit einem Psychologen - nicht Therapeuten - böten.

    Andere digitale Angebote liessen sich gut in eine Therapie einbauen, beispielsweise für Patienten, die zwischen den Therapiestunden Verhaltens-Tagebuch führen sollten. Auch die Wartezeit auf einen Therapieplatz könne mit digitalen Selbsthilfeapps überbrückt werden. «Da gibt es auch spannende Innovationen.»

    Viele empfohlene Apps hätten schon jetzt hohe Abbruchraten, ergänzte Geschäftsführerin Petra Regelin. «Sie können sich nicht durchsetzen, weil die Bindung an den Menschen fehlt. Die ist viel grösser, wenn ein Psychotherapeut sie mit einbaut.» Das Versorgungsproblem an Psychotherapeuten lasse sich damit nicht lösen. Es gehe um Menschen mit psychischen Erkrankungen, betonte Maur. «Bei körperlichen Erkrankungen würde man auch nicht sagen: Das kann alles die App lösen.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    dsf
    81 Interaktionen
    Prämien-Treiber
    Pest
    33 Interaktionen
    Pest in Russland?

    MEHR IN NEWS

    guterres
    1 Interaktionen
    UN-Generalsekretär
    syrien
    1 Interaktionen
    In Saudi-Arabien
    Barcelona
    In Barcelona

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    mitarbeiter
    45 Interaktionen
    Gen Z
    Vanessa Behrendt AfD
    86 Interaktionen
    Wut in Deutschland
    Frankfurt/Main
    ki
    KI aus Deutschland