Proteste gegen Kushners Milliardenplan für Albaniens Küste
Proteste in Albanien: Tausende gehen gegen ein Luxusresort-Projekt von Jared Kushner auf die Strasse. Sie fordern Transparenz, Naturschutz und ein Deal-Ende.

Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, will auf der albanischen Insel Sazan ein Luxusresort errichten. Seit Ende Mai gibt es Proteste gegen das Vorhaben.
Sein Unternehmen Affinity Partners plant dafür eine Investition von 1,4 Milliarden Euro, wie der «ORF» berichtet. Umgerechnet sind es etwa 1,2 Milliarden Franken.
Das Projekt sieht Hotels, Privatvillen, einen Jachthafen sowie bis zu 10'000 Fremdenzimmer vor. Auch auf der nahegelegenen Halbinsel Zvernec soll gebaut werden.
Proteste: «Albanien ist nicht zu verkaufen»
Mit Slogans wie «Albanien ist nicht zu verkaufen» und «Ivanka, geh nach Hause» protestieren Albaner gegen das Vorhaben. Die Demonstrierenden besorgen sich laut dem «Standard» vor einem Ausverkauf ihres Landes an reiche ausländische Investoren.
Den Auftakt zu den Protesten bildete ein Zwischenfall auf dem Baugelände in Zvernec. Dort liess ein privater Sicherheitsdienst Stacheldrahtzäune errichten und versperrte Einheimischen den Zugang zum Strand, wie der «ORF» schildert.
Videos, die auf sozialen Netzwerken kursierten, zeigten offenbar den gewaltsamen Umgang mit einem Demonstranten durch Sicherheitskräfte. Der gewaltsame Vorfall verschärfte die Stimmung und trieb die Proteste weiter an.
Naturschutz im Mittelpunkt
Das Baugelände liegt in einem geschützten Küstenfeuchtgebiet, das Flamingos, Robben und Meeresschildkröten beheimatet. Umweltorganisationen warnen seit Längerem vor Schäden an der Artenvielfalt und an Vogelzugrouten.
«Wir haben zwar ein Schutzgebiet, aber unser Staat hat die Bauarbeiten ohne Konsultation und ohne Transparenz zugelassen.» Dies sagte Aktivist Klajdi Belo, wie der «ORF» festhält.
Taulant Bino, Vorsitzender der Ornithologischen Gesellschaft Albaniens, kritisierte laut dem «Tagesspiegel», dass bisher kein Umweltverträglichkeitsbericht veröffentlicht worden sei.
Korruptionsermittlungen eingeleitet
Albaniens Sonderstaatsanwaltschaft SPAK hat inzwischen Ermittlungen bestätigt. Es geht um Änderungen am Schutzstatus und an den Landbesitzverhältnissen, die das Bauprojekt erst ermöglicht hatten, wie der «ORF» meldet.
Premierminister Edi Rama verteidigt das Vorhaben und betont, es halte alle Umweltauflagen ein.

«Es gibt absolut keine Chance, dass die Investition gestoppt wird, solange ich hier bin», sagte Rama, zitiert vom «ORF».
Das Serbien-Muster
Ein ähnliches Projekt Kushners in Belgrad war zuvor gescheitert, berichtet der «ORF». In Serbien zog sich Kushner nach Protesten und einem Korruptionsskandal zurück.
Kushners Partnerfirma Sazan Real Estate Development LLC verteidigte die Pläne, berichtet der «Tagesspiegel».
Firmenchef Asher Abehsera betonte, man setze auf Umweltschutz und langfristigen Nutzen für die lokalen Gemeinden. «Wir respektieren die laufenden öffentlichen und institutionellen Prozesse», so Abehsera weiter.












