Angst

    Prigoschin soll sich aus Angst vor Jet-Abschuss verkleidet haben

    Nicola Aerschmann
    Nicola Aerschmann

    Russland,

    Die Angst vor einem Anschlag auf seinen Privat-Jet begleitete Jewgeni Prigoschin offenbar schon lange. Er soll sich für seine Flüge sogar verkleidet haben.

    Ukraine-Krieg
    Jewgeni Prigoschin hat sich Berichten zufolge schon lange vor einem Anschlag auf seinen Jet gefürchtet. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jewgeni Prigoschin hat sich für seine Jet-Reisen jeweils umgezogen.
    • Der Wagner-Boss hatte demnach schon lange Angst vor einem Attentat.
    • Zu den Schutzmassnahmen gehörten auch Last-Minute-Änderungen von Flugplänen.

    Gemäss den russischen Behörden ist Jewgeni Prigoschin (†62) tot. Der Chef der Wagner-Truppe soll bei einem Anschlag auf seinen Privat-Jet ums Leben gekommen sein. Dies, obwohl er einen solchen Angriff offenbar vorausgesehen hat ...

    Wie das «Wall Street Journal» berichtet, reiste Prigoschin jeweils mit einer ganzen Reihe an Sicherheitsmassnahmen. Er schaltete regelmässig den Transponder des zehn Millionen Franken teuren Jets ab. Zudem wurden Flugpläne und Passagierlisten regelmässig in letzter Minute geändert.

    Fake-Bärte und Fake-Uniformen

    Und der Söldner-Anführer nahm noch mehr Aufwand auf sich: Wie es heisst, soll er sich für seine Reisen sogar verkleidet haben. In den sozialen Medien kursieren bereits seit einiger Zeit Bilder, die den verkleideten Prigoschin zeigen sollen.

    Demnach gehörten auch Fake-Bärte oder andere militärische Uniformen zu den Verkleidungen. Jedes Detail sollte schliesslich stimmen. Falsche Pässe hatten Prigoschin und seine Vertrauten ebenfalls oft dabei.

    Glauben Sie, dass Jewgeni Prigoschin tatsächlich tot ist?

    Die Flüge selbst verliefen dann meist auch nicht wie ursprünglich vorgesehen. Für eine einzige Reise nach Afrika soll Prigoschin mehrmals die Maschine gewechselt haben. Oft wurde noch mitten im Flug das Ziel geändert.

    Weiter hielten die Wagner-Leute ihre Meetings, falls möglich, direkt im Prigoschin-Jet ab. Der Grund: So konnten sie sich sofort aus dem Staub machen, wenn etwas schiefging.

    Kreml: Absturz könnte «vorsätzliche Gräueltat» sein

    Jewgeni Prigoschins Jet ist am 23. August in Russland abgestürzt. Laut den Behörden ist der Wagner-Chef dabei zusammen mit Wagner-Gründer Dmitri Utkin getötet worden. Immer wieder gibt es aber auch Spekulationen, wonach Prigoschin noch leben könnte.

    Putin und Prigoschin
    Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin (oben) und der russische Präsident Wladimir Putin galten lange als Freunde. Im Ukraine-Krieg gab es aber immer wieder Spannungen. - dpa

    Sofort wurde spekuliert, dass Wladimir Putin und sein Machtzirkel etwas mit dem Crash zu tun haben könnten. Der Kreml wies die Schuld von sich – sprach aber in dieser Woche erstmals von einer möglichen «vorsätzlichen Gräueltat».

    Es werden verschiedene Versionen in Betracht gezogen, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Eine internationale Untersuchung lehnen die Russen jedoch ab.

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