Mailand zählt die Schäden nach Krawallen
Nach den Strassenschlachten in Mailand herrscht äusserlich wieder Ruhe. Ladenbesitzer berichten von Angst, Wut und Panikattacken.

Bei Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten kam es in Mailand zu schweren Ausschreitungen, wie «Euronews» berichtet. Auf der Piazza Duomo kam es zu Zusammenstössen, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.
In Mailand mussten 25 Menschen in verschiedene Spitäler gebracht werden, darunter zehn Polizisten. Die Polizei meldete am Ende des Protests am Samstag 50 vorläufige Festnahmen, die Hälfte der Betroffenen war minderjährig.
Der Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala hält laut «Euronews» fest: «Die Gründe für den Protest waren nachvollziehbar.» Die Gewalt gegen Einsatzkräfte und die grossen Schäden in der Stadt liessen sich laut Sala nicht rechtfertigen.
Ladenbesitzer in Mailand schildern ihre Angst
Das Stadtbild wirkt laut dem «SRF» wieder alltäglich, doch bei Ladenbesitzern herrschen weiterhin Wut und Besorgnis. Die Reportage des Senders RSI, auf die sich «SRF» stützt, lässt Passanten und Ladenbesitzer zu Wort kommen.
Eine Verkäuferin eines Kosmetikgeschäfts nahe dem Brennpunkt sagt: «Wir hatten Angst, sehr grosse Angst.» Die Verantwortliche eines Kleiderladens erzählt, fast alle in ihrem Team hätten Panikattacken erlitten und müssten dies nun bewältigen.
Eine Barista erzählt, ihr Lokal sei unversehrt geblieben, doch Anspannung und ein wenig Angst seien noch spürbar. Bei einem anderen Lokal wurde die Aussenterrasse zerstört, was nach Ansicht der Anwesenden vor allem den Arbeitenden schadet.
Politik reagiert auf die Festnahmen in Mailand
Am Sonntag wurden laut dem «SRF» rund 200 Personen festgenommen, wobei Minderjährige 80 Prozent davon ausmachten. Vor Ort werden zudem strengere Massnahmen gefordert, auch gegen Minderjährige, die als Randalierer auftraten.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte laut dem «ORF» nach einer Krisensitzung ein Dekret mit Sofortmassnahmen an. Die Regierung soll gemäss Medienberichten 500 zusätzliche Soldaten nach Mailand schicken und den Polizeigewahrsam für Minderjährige ausweiten.
Staatspräsident Sergio Mattarella verurteilte die Krawalle und Plünderungen in Mailand und weiteren Städten. Der 85-Jährige sagte, jede Gewalt sei inakzeptabel, und forderte, die Gewalt neuer, bisher unbekannter Akteure einzudämmen.
















