Polizei bewacht schlimmste Schule Deutschlands
Messerangriffe, Todesdrohungen und Schläge: Eine deutsche Schule hat immer wieder mit Gewalt zu kämpfen. Jetzt ist sogar die Polizei im Einsatz.

Das Wichtigste in Kürze
- Polizisten sollen neu die Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen (D) bewachen.
- An der Schule gab es bisher Todesdrohungen, Gewalt und Vandalismus.
- Die Massnahme könnte auf weitere Brennpunkt-Schulen ausgeweitet werden.
Sie gilt als schlimmste Schule Deutschlands: An der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen ist es bisher zu 118 Strafanzeigen und 100 Feuerwehreinsätzen gekommen.
Wie schlimm die Zustände an der Schule mit rund 800 Schülern sind, zeigt ein Brandbrief von Lehrpersonen. Auf zehn Seiten haben sie zusammengefasst, was sie bisher alles erlebt haben.
Lehrer-Brandbrief zeigt schlimme Zustände
Dazu gehören unter anderem Todesdrohungen («Ich schiesse euch alle ab») und Gewalt. Ein Schüler habe mit dem «Nothammer auf einen anderen» eingeschlagen.
Auch Beschimpfungen («Halt die Fresse, Schlampe») oder Vandalismus («Löcher in Wänden, Kot- und Urin-Pfützen») sind Alltag.

Zudem ging laut der Staatsanwaltschaft im Mai 2025 eine 16-jährige Schülerin der Karolina-Burger-Realschule mit einem Klappmesser auf eine Lehrerin los. «Um diese zu töten.»
Und 2018 kam es sogar zu einem Einsatz des Spezialeinsatzkommandos der Polizei an der Schule. Dies, weil ein Bub mit einer Waffe gesichtet worden war.
Nun reagiert die Politik auf diese Zustände: Das Bildungs- und Innenministerium des Bundeslandes Rheinland-Pfalz hat ein sogenanntes «Präventionspaket» vorgestellt.
«Besuche» der Polizei vorgesehen
Dieses setzt unter anderem auf mehr Polizeipräsenz sowie mehr Pädagogen und Psychologen, wie die «Bild» berichtet.
So sind an der Schule «Besuche» der Polizei vorgesehen. Diese sollen «anlasslos, regelmässig, befristet, mit festen Zeiten sowie klar benannten Ansprechpartnern erfolgen».
Zudem sollen die Polizisten Gefährderansprachen mit potenziellen Gewalttätern durchführen, um Eskalationen vorzubeugen. Wie die Beamten ausgerüstet sein sollen und weitere Details müssten noch geklärt werden.
Zudem ist eine «Vertrauensstelle» für Lehrkräfte, die Gewalt und Bedrohungen erleben, geplant. Diese Präventionsmassnahmen könnten demnach später auf weitere Brennpunkt-Schulen ausgeweitet werden.
Lehrkräfte verlangen Kameras und Metalldetektoren
In ihrem Brandbrief hatten die Lehrpersonen kleinere Klassen mit mehr Pädagogen und Sozialarbeitern gefordert.
Ausserdem hatten sie Kameras auf Gängen und im Pausenhof sowie Metalldetektoren an den Eingängen verlangt. Dies, damit keine Waffen mehr ins Schulhaus gelangen.
Inwiefern auf diese Forderungen eingegangen wird, geht laut der Zeitung aus dem «Präventionspaket» nicht hervor.
Es steht lediglich: Die Ausgestaltung der Sicherheitsmassnahmen erfolge abgestimmt zwischen Schule, Polizei und Schulträger.
Ende 2025 sagte CDU-Generalsekretär von Rheinland-Pfalz, Johann Steiniger, gegenüber der «Welt» über die Schule: «An der Karolina-Burger-Realschule haben wir einen Migrationsanteil von über 90 Prozent.»
Daraus würden sich Probleme ergeben. «120 Anzeigen in drei Jahren, das sind im Schnitt eine pro Woche, sexualisierte Beleidigungen gegen Lehrerinnen.»

















