Forscher sehen deutsche Wirtschaft vor Trendwende
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet in Europas grösster Volkswirtschaft deutlich mehr Wachstum als bisher. Nach einer starken ersten Jahreshälfte dürfte die deutsche Wirtschaft 2026 um 1,2 Prozent wachsen, teilte das DIW am Mittwoch mit.

Damit hat das Institut seine Prognose vom Juni mehr als verdoppelt. Damals hatte es lediglich ein Plus von 0,5 Prozent erwartet.
Grund für die höhere Prognose seien unerwartet starke Exporte. Zudem falle der Energiepreisschock infolge des Iran-Kriegs geringer aus als befürchtet. Für 2027 erwartet das DIW ein Wachstum von 1,0 Prozent und für 2028 von 0,7 Prozent.
Auch die deutsche Bundesbank ist optimistischer. Deutschland sei «auf dem besten Weg», 2026 ein Wachstum von etwa 1 Prozent zu erreichen, sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel der Zeitung «Le Monde». Im Juni hatte die Notenbank noch 0,5 Prozent prognostiziert.
«Die deutsche Wirtschaft steht vor einer möglichen Trendwende zu stärkerem Wachstum», sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Rund 70 Prozent des Wachstums in diesem Jahr gingen auf öffentlichen Konsum und Investitionen zurück. Höhere Ausgaben für Gesundheit, Pflege und Rente sowie Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung stützten die Konjunktur.
Die Erholung bleibe allerdings fragil. Im dritten Quartal erwartet das DIW lediglich eine Stagnation. Hohe Energiepreise und Niedrigwasser belasteten insbesondere die Chemie- und Metallindustrie.










