Plötzlich tauchen in der Donau versenkte Nazi-Schiffe auf

Fabienne Endras
Fabienne Endras

Serbien,

Über 20 Wracks versunkener Nazi-Schiffe sind in der Donau in Serbien und Ungarn aufgetaucht. Diese werden zur Gefahr, weil teils noch Sprengstoff geladen ist.

Wrack
Durch tiefe Wasserpegel wurden in der Donau versunkene Nazi-Schiffe sichtbar. - gettyimages

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Donau sind über 20 versenkte Nazi-Schiffe aufgetaucht.
  • Die Überreste der Schiffe wurden sichtbar, weil durch die anhaltende Trockenheit der Wasserpegel stark gesunken ist.
  • Die Wracks sind zum Teil mit tonnenweise Munition und Sprengstoff beladen.

Die anhaltende Trockenheit im Juli hat in grossen Teilen Europas die Wasserstände von Flüssen und Seen sinken lassen. Auch die Donau ist betroffen. Der Pegelstand ist aktuell auf einem Rekordtief.

Der niedrige Wasserstand hat nun in Serbien und Ungarn zahlreiche deutsche Kriegsschiffe aus dem zweiten Weltkrieg auftauchen lassen. Zahlreiche rostige Wracks ragen aus dem Fluss.

Wie die österreichische Nachrichtenagentur «Reuters» berichtet, sind über 20 Wracks sichtbar und die Schiffe sind zum Teil gut erhalten.

Einige liegen im Flussbett, andere stecken halb unter Sandbänken. Kommandobrücken, gebrochene Masten und Kajüten sind deutlich erkennbar.

Doch die Schiffswracks sind nicht nur ein grossartiger Fund, sondern auch eine grosse Gefahr. Das grösste Problem: In den Wracks lagern tonnenweise Munition und Sprengstoff.

Die Schiffe wurden absichtlich versenkt

Die sichtbaren Wracks sind nur ein Teil der Schiffe, die in der serbischen Donau liegen. Rund 200 deutsche Schiffe sollen dort insgesamt versunken sein. Die Überreste stammen aus dem Zweiten Weltkrieg und gehörten zur deutschen Kriegsflotte.

Hinter der Versenkung steckte eine Strategie. Im Jahr 1944 wurden die Kriegsschiffe absichtlich in der Donau versenkt. Die Deutschen haben sich vor den sowjetischen Truppen zurückgezogen. Die Schiffe sollten so nicht in feindliche Hände fallen und gleichzeitig wollte man die Donau für andere Schiffe blockieren.

Dieser Plan wirkt bis heute nach. Nahe der serbischen Stadt Prahovo ist der Schiffsverkehr durch die Überreste der versenkten Flotte stark eingeschränkt. Frachtschiffe brauchen immer länger, um diesen Abschnitt zu passieren.

Serbien plant die Bergung der Wracks

Die serbische Regierung will jetzt handeln. Das Ziel: die Wracks beseitigen und die gefährliche Munition bergen. Rund 29 Millionen Euro sollen laut der «Berliner Zeitung» dafür bereitgestellt werden.

Die Bergung solcher Munition ist aufwendig und teuer. Sie erfordert spezialisierte Taucher, Sprengstoffexperten und schweres Gerät.

Hast du schon einmal ein Schiffswrack in echt gesehen?

Ob die Bergung gelingt, ist offen. Vor rund 40 Jahren gab es schon einmal einen Versuch, die Schiffe aus dem Wasser zu holen. Das Unterfangen wurde jedoch abgebrochen. Es kam zu Explosionen, bei denen mehrere Menschen ums Leben kamen.

Kommentare

Chrigel.B

Die besten Frackentschärfer sind unsere Freunde und Schwimmer vom 1.August unweit von Gibraltar

User #3766 (nicht angemeldet)

Deine SVP ruft den Bund zum Handeln auf betreffend Wasser und sie muss schauen, wie die Waren in die Schweiz kommen können und umgekehrt, da Flüsse zu tief und Bahnen im Norden renoviert usw. Nur du suehst noch null Probleme. Ok.

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