Kapo Solothurn: Diensthund kann sogar USB-Sticks erschnüffeln
Die Kantonspolizei Solothurn zeigte am Publikumstag die Vielfalt moderner Polizeiarbeit. Besonders die Vorführungen der Diensthunde zogen die Blicke auf sich.

Im Bereich der Schützi Olten lud die Kapo Solothurn am vergangenen Samstag zum Publikumstag «alibi’26» ein. Mehr als 2000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, den Polizeialltag aus nächster Nähe kennenzulernen.
Unter dem Motto «sehen und erleben, wie die Kantonspolizei arbeitet» konnten Gross und Klein verschiedene Bereiche des Korps entdecken. Beim kriminaltechnischen Dienst durften sie ihre Fingerabdrücke hinterlassen.
Polizeifahrzeuge und Spezialfahrzeuge standen zur Besichtigung bereit, und mit dem Polizeiboot liess sich die Arbeit der Polizei auf der Aare aus einer ungewohnten Perspektive erleben.

An Informationsständen ging es unter anderem um das Waffengesetz, Betrugsmaschen und den Polizeiberuf.
Die vierbeinigen Polizisten
Auch Mitglieder der Sondergruppe Diensthunde präsentierten sich vor Ort mit ihren Vierbeinern. Die total 17 Mitglieder der Gruppe gehen alle ihrem «normalen» Polizeidienst nach, können mit ihren Hunden jedoch auch zu speziellen Einsätzen herbeigezogen werden.
Zweimal pro Monat trainiert die Sondergruppe gemeinsam mit den Hunden. Diese werden von den Polizistinnen und Polizisten privat gehalten und von klein auf ausgebildet.
Nicht jede Hunderasse eignet sich für den Einsatz. «Bei Schutzhunden spricht man von sogenannten Gebrauchshunderassen», erklärt Dominik Rippstein, Mitglied der Sondergruppe Diensthunde. Am stärksten vertreten sind der Deutsche und der Belgische Schäferhund.
Diensthunde müssen verschiedene Eigenschaften aufweisen. Dazu gehören Unerschrockenheit, Durchsetzungsfähig- und Zielstrebigkeit. Zudem muss auch eine grosse Arbeits- und Lernbereitschaft vorliegen.

Wie lange ein Hund im Einsatz steht, hängt letztlich von seinem Gesundheitszustand und seiner Arbeitsbereitschaft ab. Wenn beides es zulässt, kann ein Dienst durchaus viele Jahre dauern. Jüngst sei ein Hund gar bis ins Alter von zwölf Jahren im Einsatz der Kapo gestanden.
Selbst ein USB-Stick wird erschnüffelt
Die Diensthunde der Kapo Solothurn sind hoch spezialisierte Einsatzkräfte. Sie suchen Vermisste, verfolgen Tatverdächtige und spüren Drogen auf. «Mein Hund ist auf Drogen sowie auf Notengeld spezialisiert», erklärt Ulrich Oppliger, Leiter der Sondergruppe Diensthunde.
Entgegen dem Sprichwort «Geld stinkt nicht» lässt sich dieses sehr wohl dank des Geruchssinns des Hundes aufspüren. Die Fähigkeiten der Tiere gehen aber bisweilen noch weiter: Die Kapo Solothurn verfügt sogar über einen Diensthund, der USB-Sticks und Festplatten aufspüren kann.
Wie der Hund dazu imstande ist, verblüfft dabei selbst die Hundeführerin.
Es ist doch nur ein Spiel – bis zum Ernstfall
Das Zusammenspiel von Mensch und Hund wurde mitunter beim gemeinsamen Schaueinsatz mit der Sondereinheit FALK an der «alibi'26» demonstriert. Dabei sorgte der Belgische Schäfer «Koda vom gelben Diamant» dafür, dass ein Angreifer, gespielt von Polizist Rippstein, überwältigt werden konnte.
Ganz ohne Trickserei ging es dabei allerdings nicht. «Koda kennt mich von den Trainings her und wenn ich den Hundeschutz-Anzug trage, weiss er, dass er mich beissen darf», erklärt Dominik Rippstein.
Doch wie funktioniert es im Ernstfall, wenn diese Vorzeichen fehlen? «Nervosität und Adrenalin sorgen bei den Polizisten in solchen Situationen für eine ganz andere Stimmungslage, die auch der Hund wahrnimmt. Wenn der Täter dann Anstalten macht, sich zu wehren oder davonzurennen, weiss der Hund: ‹Ich werde geschickt, also beisse ich.›»
Da die Polizei bekanntlich «dein Freund und Helfer» und der Hund der «beste Freund des Menschen» ist, überrascht es nicht, dass diese Kombination an der «alibi'26» auf grossen Anklang stiess.

Der Anlass zeigte aber auch eindrücklich auf, wie eng die Verbindung zwischen Hund und Herrchen ist – und wie viel Aufwand hinter der gemeinsamen Arbeit steckt.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Neuen Oltner Zeitung» erschienen.








