Frankreich bespricht mit ihren internationalen Partnern ein Ende des jahrelangen Militäreinsatzes in Mali.
ARCHIV - Französische Soldaten auf einer Basis in Mali. Foto: Uncredited/AP/dpa
ARCHIV - Französische Soldaten auf einer Basis in Mali. Foto: Uncredited/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Uncredited

Das Wichtigste in Kürze

  • Frankreich berät mit seinen Partnern über ein Ende des Anti-Terror-Einsatzes in Mali.
  • Die ehemalige Kolonialmacht stationiert bis zu 2500 Soldaten im westafrikanischen Land.
  • Die Spannungen zwischen Malis Militärjunta und Frankreich sind zuletzt wieder gestiegen.

Angesichts erheblicher Spannungen beraten Frankreich und seine internationalen Partner darüber, ob der Anti-Terror-Kampf im westafrikanischen Krisenstaat Mali fortgeführt werden soll.

Es gebe wachsende Skepsis über den Sinn des Engagements in Mali. Das hiess es vor einem Treffen europäischer und afrikanischer Entscheidungsträger am Mittwochabend in Paris aus Élysée-Kreisen.

Frankreich hat bis zu 2500 Soldaten in Mali stationiert

Frankreichs Partner seien eher der Ansicht, dass die Bedingungen für einen Erfolg der Missionen in Mali nicht mehr erfüllt würden. Gleichzeitig sei man gewillt, sich weiterhin in der Sahelzone zu engagieren. Ob bereits am Mittwoch Entscheidungen fallen und verkündet werden, war zunächst unklar.

In der Sahelzone, die sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt, sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben den Terrorgruppen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen.

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Nach dem Militärputsch im Jahr 2012 haben sich islamistische Gruppierungen in Mali ausgebreitet. - Keystone

Die frühere Kolonialmacht Frankreich engagiert sich dort mit derzeit 4300 Soldaten im Anti-Terror-Kampf. Ein Schwerpunkt ihres Kampfeinsatzes «Barkhane» ist Mali, wo bis zu 2500 französische Soldaten stationiert sind.

Frankreich führt zudem die Militäroperation «Takuba» an. Daran sind mehrere europäische Länder beteiligt. Sie dient ebenfalls dem Kampf gegen Terroristen.

Verteidigungsexperte hält Teil-Abzug für unwahrscheinlich

In Mali laufen zudem der EU-Ausbildungseinsatz EUTM und der UN-Stabilisierungseinsatz Minusma. Nach französischen Angaben sind in dem Gebiet insgesamt etwa 25'000 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

Nach Ansicht des Verteidigungsexperten Roland Marchal von der Pariser Universität Sciences Po ist der Militäreinsatz in Mali faktisch bereits Geschichte. Die diplomatische Lage sei dermassen angespannt, dass ein nur teilweiser Abzug schwer vorstellbar wäre. Fraglich sei, ob die Truppen zurück nach Frankreich kämen oder auf andere Länder in Westafrika verteilt würden. Für letzteres Szenario gebe es in den Nachbarstaaten Malis aber wenig Sympathien.

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Nachdem die EU anfangs Februar Sanktionen gegen mehrere Mitglieder der Übergangsregierung verhängte, nahmen die Spannungen zwischen der malischen Regierung und Frankreich wieder zu. EPA/HADAMA DIAKITE - Keystone

Zuletzt hatten Spannungen zwischen der mit einem Militärputsch an die Macht gekommenen Regierung in Mali und Frankreich zugenommen. Auch wies die Militärjunta Dänemark zum Abzug seiner Soldaten aus dem Land an.

Streit hatte es ausserdem um die Präsenz russischer Söldner in Mali gegeben. Aus Élysée-Kreissen hiess es: Die Überlegungen zur Veränderung des Einsatzes in Mali fielen mit einer bereits laufenden jahrelangen Neuausrichtung der dortigen französischen Militärpräsenz zusammen.

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