Noch 750.000 Tiere im «Schweinestau»

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    Deutschland,

    Die Preise sind niedrig, die Verzweiflung gross: Hunderttausende Schweine wurden wegen der Corona-Pandemie nicht geschlachtet. Zeit für ein Umdenken in der Landwirtschaft?

    Wegen der Corona-Pandemie werden deutlich weniger Schweine geschlachtet - zu Lasten der Landwirte. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
    Wegen der Corona-Pandemie werden deutlich weniger Schweine geschlachtet - zu Lasten der Landwirte. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der «Schweinestau» angesichts geringerer Schlachtkapazitäten in der Corona-Krise ist für die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast keineswegs überwunden.

    Bundesweit seien etwa 750.000 Schweine «in der Warteschleife», sagte die CDU-Politikerin der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Die Lage in den Ställen habe sich «überhaupt noch nicht entspannt». In der Pandemie werden aus Infektionsschutzgründen weniger Schweine geschlachtet. Zudem waren mehrere grosse Betriebe nach Corona-Ausbrüchen unter den Beschäftigten zumindest zeitweise geschlossen. Das führte zu einem Stau an Schlachtschweinen in der Landwirtschaft.

    Otte-Kinast wies auf die psychologische Belastung der betroffenen Landwirte hin: «Die Verzweiflung ist riesengross.» Dazu komme, dass die Erzeugerpreise «extrem niedrig» seien, die Landwirte also nur noch wenig Geld für ihre Tiere bekämen. Der Fleischpreis war nach dem Nachweis der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen in Ostdeutschland eingebrochen. Wichtige Exportländer wie China hatten deutsche Ware daraufhin gesperrt.

    Die Agrarministerin mahnte, die Krise als Chance zu nutzen, die Landwirtschaft neu zu denken: «Ist es wirklich Aufgabe der Landwirtschaft, die ganze Welt zu ernähren?», fragte sie. Vielmehr müsse darüber nachgedacht werden, ob nicht regionale Wertschöpfungsketten gestärkt werden sollten. Der niedersächsische Landwirt solle nicht finanziell vom asiatischen Markt abhängig sein.

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