Ein ehemaliger Umweltminister Frankreichs gerät ins Visier der Justiz: Mehrere Frauen werfen Nicolas Hulot sexuellen Missbrauch vor.
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Nicolas Hulot beim Verlassen des Elysee-Palasts. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Frankreichs Ex-Umweltminister Nicolas Hulot soll mehrere Frauen sexuell missbraucht haben.
  • Dies sagten die Opfer in einer Fernsehreportage.
  • Bereits vor deren Ausstrahlung hat sich Hulot aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Frankreichs Justiz hat Untersuchungen wegen Missbrauchsvorwürfen gegen Ex-Umweltminister Nicolas Hulot aufgenommen. Die Pariser Staatsanwaltschaft gab den Beginn der Ermittlungen am Freitag bekannt. Dies, nachdem mehrere Frauen den beliebten Politiker und Fernsehmoderator in einer TV-Reportage beschuldigt hatten. Hulot weist jedoch alle Vorwürfe zurück.

In der am Donnerstagabend Sendung schilderten drei Frauen, wie Hulot sie sexuell missbraucht habe. Eine Frau namens Sylvia beschuldigte ihn, sich 1989, sie war 16-jährig, in seinem Auto an ihr vergangen zu haben. Hulot hatte Sylvia den Angaben zufolge zuvor zu einer Radiosendung eingeladen, die er damals moderierte.

Eine weitere Frau namens Cécile (damals 23) erzählte in der Sendung: Sie habe 1998 unangebrachte sexuelle Avancen Hulots in einem Taxi in Moskau zurückgewiesen. Der damalige Fernsehmoderator habe sie ungefragt «an den Brüsten und zwischen den Beinen angefasst». Eine dritte Frau gab in der Sendung an, Hulot habe sie 2001 ungefragt auf den Mund geküsst.

Nicolas Hulot hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen

Zwei weitere Frauen hatten den Produzenten der Reportage schriftliche Erklärungen zukommen lassen. Es handelt sich um die ehemalige Fernsehmoderatorin Maureen Dor sowie eine ehemalige Angestellte des Privatsenders TF1. Auch sie beschuldigen Nicolas Hulot des sexuellen Missbrauchs.

Nicolas Hulot
Nicolas Hulot weist Vorwürfe wegen sexueller Belästigung zurück. - Keystone

Bereits am Vortag der Ausstrahlung der Sendung hatte Hulot die Anschuldigungen zurückgewiesen. Er kündigte an, sich «definitiv» aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, um sein privates Umfeld und seine Umweltschutzstiftung zu schützen.

Hulots Anwalt Alain Jakubowicz begrüsste die Einleitung einer formellen Untersuchung der Vorwürfe. «Ich bevorzuge natürlich den Rahmen der Ermittlungen der Polizei- und Justizbehörden.» Bislang sei seinem Mandaten «auf Fernsehkanälen der Prozess gemacht worden».

Als Moderator, Umweltaktivist und Politiker war Hulot mehrfach zur beliebtesten Persönlichkeit der Franzosen gewählt worden. Von seinem Amt als Umweltminister war er im Streit um Macrons Klimapolitik zurückgetreten, die er als nicht ehrgeizig genug kritisierte.

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