Serge F.* (52) missbrauchte seine kleine Tochter jahrelang aufs Schlimmste. Jetzt steht der frühere hochrangige Mitarbeiter des AKW Mühleberg vor Gericht.
Ein missbrauchtes Kind versteckt sich hinter einem Vorhang (Symbolbild). - Keystone-sda

Das Wichtigste in Kürze

  • Serge F. (52) missbrauchte sein Töchterchen jahrelang.
  • Er begann, als sein Kind zwölf Tage alt war.
  • Der frühere hochrangige Mitarbeiter im AKW Mühleberg sitzt seit Februar 2019 in Haft.

Serge F. (52) sitzt seit Februar 2019 im Zentralgefängnis in Freiburg. Fünf Tage vor seiner Verhaftung missbrauchte er sein Töchterchen (damals 7) zum letzten Mal. Der Tatort war immer der gleiche: Die Luxusvilla der Familie in einem kleinen Dorf im Kanton Freiburg mit traumhafter Sicht auf den Neuenburgersee.

Serge F. hatte im AKW Mühleberg BE eine Schlüsselposition als Spezialist inne.

Jetzt muss sich der gebürtige Genfer für seine Horrortaten vor Gericht verantworten. Er missbrauchte sein Töchterchen bis zu seiner Verhaftung sieben Jahre lang aufs Perverseste. Serge F. fing an, als seine Tochter gerade mal 12 Tage alt war.

Sieben Jahre lang missbraucht

Die Anklageschrift ist der reinste Horror, offenbart die dunkelsten sexuellen Abgründe von Serge F. Er malträtierte sein Töchterchen nicht nur mit einem Vibrator. Er vergewaltigte das Kind anal und vaginal auch mit einem Thermometer, einem Plastik-Rüebli, einer Plastik-Spritze und einem Kugelschreiber.

Er zwang das Mädchen zu masturbieren und ihn oral zu befriedigen und sein Sperma zu schlucken. Serge F. praktizierte an seiner kleinen Tochter Cunnilingus und drang auch mit seinem Penis in sie ein.

Serge F. zwang seine Tochter auch zu sexuellen Praktiken mit dem Familienhund. Als das Mädchen noch ein Säugling war, fixierte Serge F. sein Töchterchen während der Missbräuche mit Plastikbänden und rosaroten Hosenträgern.

Er zwang das Mädchen auch, nackt mit ihm zusammen Pornos zu schauen. Dabei masturbierte Serge F. und streichelte seine Tochter.

600'000 Hard-Pornos

Den Missbrauch an seiner Tochter protokollierte und archivierte Serge F. sieben Jahre lang penibel. Die Polizei beschlagnahmte insgesamt 561 Videos und 180 Fotos. Das Material wurde bei einer Hausdurchsuchung in der Villa am Neuenburgersee auf den Computern von Serge F. beschlagnahmt.

Die Polizei fand auf den Computern noch mehr: Ab Sommer 2013 bis zu seiner Verhaftung im Februar 2019 lud Serge F. über 600'000 illegale Porno-Dateien auf seine Computer herunter. Die Hard Core-Fotos und - Videos zeigen den Missbrauch von Kindern, Sex mit Tieren oder Gewaltszenen.

Auch dieses Material archivierte Serge F. penibel in elektronischen Dossiers. Die Polizei konnte auch mehr als tausend elektronische Dateien sicherstellen, in denen explizite Gewaltszenen gegen Menschen vorkommen. Dazu gehören vor allem Szenen, in dem jemandem ein Körperglied abgetrennt oder sonst unerträglichen Schmerz.

Mutter war krank

Serge F. missbrauchte sein Töchterchen, wenn deren Mutter nicht zuhause war. Die Frau litt seit der Geburt der Tochter an zahlreichen Krankheiten. Laut Anklageschrift musste sie Medikamente nehmen, darunter auch Antidepressiva.

Serge S. schuf laut Anklageschrift gegenüber seiner Frau «ein Klima der Kontrolle», um von ihr «sexuelle Gefälligkeiten» zu erhalten. Beim Sex verlangte er von seiner Frau, sich als kleines Mädchen zu verkleiden.

Serge F. arbeitete als hochrangiger Experte im AKW Mühleberg BE. - Keystone-sda

Die Luxusvilla von Serge F. steht heute für knapp zwei Millionen Franken zum Verkauf. Im Nobelquartier im kleinen Dorf am Neuenburgersee hatte niemand mit der Familie engeren Kontakt.

«Das kleine Mädchen tat mir immer leid, weil es nie mit anderen Kindern spielte. Nicht mal auf dem Spielplatz unterhalb unseres Quartiers», sagt eine Nachbarin Nau.ch.

«Man sah jeweils nur die Mutter, das Mädchen und den Familienhund, wenn sie spazieren gingen. Mutter und Tochter machten dabei immer einen traurigen Eindruck. Als ich die Mutter das letzte Mal sah, war sie völlig abgemagert.»

Den Vater der Familie, Serge F., sahen die Nachbarn offenbar nie.

Schock im Luxus-Quartier

Seit Monaten hält sich im Quartier das Gerücht, dass es in der Familie zu schrecklichen Ereignissen gekommen sei. «Ich bin total schockiert über das, was der Vater seinem Töchterchen angetan hat», sagt die Nachbarin, nachdem sie nun weiss, was in der Villa in ihrer Nachbarschaft genau passierte.

Der Prozess dauert drei Tage und endet nächste Woche. Das geforderte Strafmass für Serge F. will der Staatsanwalt erst in seinem Plädoyer verkünden.

*Name von der Redaktion geändert

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