Während der Corona-Pandemie wurden Millionen gezüchtete Nerze in Dänemark getötet. Nun soll die Zucht ab 2023 wieder zugelassen werden.
Dänemark Nerzzucht
Zwei Nerze schauen aus ihren Käfigen auf einer Pelzfarm. Foto: Sergei Grits/AP/dpa - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 2023 soll die Nerzzucht in Dänemark wieder möglich sein.
  • Das SSI hält das Risiko einer stark reduzierten Zucht für die Volksgesundheit für gering.
  • Ende 2020 wurden wegen der Corona-Pandemie über 15 Millionen Nerze getötet.

Die dänische Regierung will die Zucht von Nerzen zum neuen Jahr wieder zulassen. Während der Corona-Pandemie kam es zu einem Skandal, da Millionen Tiere getötet wurden.

Das vorübergehende Verbot der Nerzzucht soll laut dem dänischen Lebensmittelministerium zum Jahresende auslaufen. Zuvor hatte das staatliche Gesundheitsinstitut SSI das Risiko einer stark reduzierten Zucht für die Volksgesundheit als gering eingestuft. Es seien aber einige Massnahmen zur Infektionsbegrenzung notwendig, die man mit den Züchtern durchgehen wolle, hiess es heute Freitag.

Im November 2020 hatte Regierungschefin Mette Frederiksen verkündet, dass alle Nerze in Dänemark getötet werden sollen. Damals bedeutete dies die Keulung von mehr als 15 Millionen Tieren. Das Coronavirus sei in den Tieren mutiert und habe sich auf den Menschen übertragen. Damit wurde der radikale Schritt begründet.

Grosse Debatte um Nerzzucht in Dänemark

Die Massenkeulung hatte zu einer grösseren Debatte im Land geführt. Wie sich später nämlich herausstellte, hatte für die Tötung die Rechtsgrundlage gefehlt – sie musste im Nachhinein erst geschaffen werden. Der damalige Lebensmittelminister Mogens Jensen trat im Zuge der Kontroverse zurück.

Die Nerzhaltung wurde verboten, die Halter entschädigt. Die Tiere waren bis dahin zur Pelzproduktion gezüchtet worden, bei der Dänemark einer der Weltmarktführer gewesen ist.

Die Regierung hatte das SSI dann darum gebeten, das Risiko einer Wiederaufnahme der Haltung für die menschliche Gesundheit zum 1. Januar 2023 einzuschätzen. Das Risiko des Entstehens einer neuen besorgniserregenden Corona-Variante sei durch eine begrenzte Rückkehr zur Nerzzucht in Dänemark begrenzt. Dies stellte das Institut daraufhin im Mai fest.

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