Nato-Chef schliesst europäische Verteidigung ohne USA aus
Der Nato-Chef Mark Rutte hat dringend vor einer Schwächung der Nato gewarnt. Nach dem Trump-Debakel um Grönland sieht er Europa ohne USA als wehrlos an.

Europa kann sich nach Einschätzung des Nato-Generalsekretärs Mark Rutte auf absehbare Zeit nicht ohne US-Hilfe verteidigen. «Träumen Sie weiter», erklärte Rutte am Montag vor EU-Parlamentariern in Brüssel.
«Wir können es nicht.» Ohne die USA würde Europa den US-Atomschirm einbüssen, argumentierte Rutte und fügte ironisch hinzu: «Viel Glück», zitiert ihn die «Zeit».
Europa besitze derzeit nicht die militärischen Kapazitäten, sich allein gegen Bedrohungen wie Russland zu wehren. Der Nato-Generalsekretär schloss eine schnelle Unabhängigkeit Europas von amerikanischer militärischer Hilfe kategorisch aus.
Trump-Grönland-Krise als Auslöser
Donald Trump forderte wiederholt die Übernahme Grönlands durch die Vereinigten Staaten. Er begründet dies mit strategischen Sicherheitsinteressen gegenüber Russland und China in der Arktisregion, wie die «Zeit» weiter schreibt.
Die Forderung sorgte für erhebliche Spannungen mit Dänemark, dem Grönland verfassungsmässig zugehörig ist. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos intervenierte Rutte persönlich, um den Konflikt zu entschärfen.
Er betonte die Notwendigkeit einer stabilen Partnerschaft für alle Nato-Partner, so die «Frankfurter Rundschau»: «Die USA haben ein ebenso grosses Interesse an der Nato wie Kanada und die europäischen Nato-Verbündeten», sagte er.
Europas Verteidigungsdefizite
Ohne die USA müssten europäische Länder ihre Verteidigungsausgaben drastisch auf zehn Prozent steigern, erklärt Rutte. Auf dem letzten Nato-Gipfel wurden fünf Prozent als Ziel vereinbart, betont die «Frankfurter Rundschau».
Ein eigener nuklearer Schutzschirm für Europa koste «Milliarden und Abermilliarden Euro». Gegenüber der Idee einer europäischen Armee äusserte sich der Nato-Generalsekretär skeptisch.
Eine zusätzliche europäische Verteidigungstruppe neben den nationalen Armeen würde zu «einer Menge Dopplung» führen, warnte er: «Es wird die Dinge komplizierter machen», der russische Präsident Wladimir Putin «würde es lieben».
Reaktionen und Ausblick
Mehrere Abgeordnete lobten Rutte für seine Deeskalation der Spannungen. Diese betrafen die USA und die EU im Zusammenhang mit Grönland in der vergangenen Woche, wie «Euronews» schreibt.
Sie verlangten jedoch mehr Informationen über die Vereinbarung. Diese hatte Rutte mit Trump über die Zukunft der arktischen Insel getroffen.

Er nannte keine konkreten Einzelheiten zu diesem Abkommen. Stattdessen erklärte er, dass mit Trumps Regierung zwei Arbeitsbereiche vereinbart worden seien.
Arbeitsbereich sieht Dialog der USA mit Dänemark und Grönland
Der erste Bereich sieht vor, dass die Nato mehr Verantwortung übernimmt. Dies gilt für die Verteidigung der arktischen Region gegen Russland und China.
Ziel ist es, dass Russen und Chinesen keinen grösseren Zugang erhalten. Der zweite Bereich umfasst einen direkten Dialog der USA mit Dänemark und Grönland, so Rutte laut «Euronews».
















