Blütenpracht in Chiles Atacama-Wüste

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    Chile,

    In der Atacama-Wüste an der Pazifik-Küste Südamerikas ist derzeit ein besonderes Phänomen zu beobachten: An einem der trockensten Orte der Welt spriessen zahlreiche Blumen.

    ARCHIV - Die Sonne geht hinter Blumen unter, die einen Blütenteppich über der Atacama-Wüste bilden, nachdem es in der Nähe von Copiapó geregnet hatte...Ungefähr 200 verschiedene P...
    ARCHIV - Die Sonne geht hinter Blumen unter, die einen Blütenteppich über der Atacama-Wüste bilden, nachdem es in der Nähe von Copiapó geregnet hatte...Ungefähr 200 verschiedene P... - Keystone/AP/Esteban Felix

    Die Ursache für diese kuriose Situation im südlichen Frühling ist in dem Klimaphänomen «El Niño» zu sehen, wie Aida Baldini Urrutia, die Leiterin der chilenischen Forstbehörde Conaf, in einem Interview des Senders CNN Chile erläuterte.

    Was anderenorts Unheil anrichte, begünstige in der Atacama-Wüste das Wachstum von Pflanzen, informierte die Behördenleiterin. Die durch «El Niño» verursachten Niederschläge führten dazu, dass auf einer Fläche von 17.000 Quadratkilometern rund 200 verschiedene Pflanzen gedeihen – und das in der trockensten nicht-polaren Wüste der Erde.

    Der Höhepunkt der Blütenpracht sei jetzt im Oktober zu beobachten, so Baldini Urrutia. Sie geht davon aus, dass noch bis Ende November die Pflanzen in der Wüste zu bestaunen sein werden.

    Die Forstbehörde erwartet bis dahin insgesamt rund eine Million Besucher aus dem In- und Ausland, die wegen des Blütenmeers in die chilenischen Nationalparks Desierto Florido, Llanos de Cháyes und Pan de Azúcar kommen.

    Das Klimaphänomen «El Niño»

    Bei «El Niño» handelt es sich um ein Phänomen, das weltweit das Wetter durcheinanderbringt. Ursache sind schwächere Passatwinde über dem tropischen Pazifik, wie die Weltwetterorganisation (WMO) erläutert.

    Wenn warmes Wasser und Wolken an die sonst trockene Küste Südamerikas treffen, führt dies zu höheren Niederschlagsmengen, womit Überschwemmungen einhergehen können.

    «El Niños» dauern meist neun bis zwölf Monate, erreichen den Höhepunkt zwischen November und Februar und passieren alle zwei bis sieben Jahre.

    «El Niño» heisst übersetzt das Christkind. Der Name stammt von Fischern in Peru, die den Temperaturanstieg des Meeres oft in der Weihnachtszeit bemerkten. Für dieses Jahr hat die Weltwetterorganisation einen sehr starken «El Niño» prognostiziert.

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