Neun junge Frauen hatten berichtet, dass sie in der Silvesternacht auf der Mailänder Piazza del Duomo von Gruppen junger Männer sexuell belästigt worden seien.
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Die Mailänder Piazza del Duomo. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Polizei hat 18 junge italienische & ausländische Männer als Verdächtige identifiziert.
  • Es handele sich um Personen im Alter zwischen 15 und 21 Jahren.

Nach sexuellen Übergriffen auf Frauen, darunter auch deutsche Touristinnen, in der Silvesternacht in Mailand hat die italienische Polizei knapp 20 junge Männer als Verdächtige identifiziert. Es handele sich um 18 italienische und ausländische Jugendliche und junge Männer im Alter zwischen 15 und 21 Jahren, teilte die Polizei der norditalienischen Stadt am Dienstag mit.

Neun junge Frauen, darunter auch Deutsche, hatten berichtet, dass sie in der Silvesternacht auf der zentralen Mailänder Piazza del Duomo von Gruppen junger Männer sexuell belästigt worden seien. Die Mailänder Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Auf Grundlage der Bilder von Überwachungskameras, Einträgen in Online-Netzwerken und Zeugenaussagen konnte die Polizei «drei Gewalt-Episoden» gegen Frauen ausmachen. Die Ermittler durchsuchten am Dienstagmorgen mehrere Objekte in Mailand und Turin.

Eines der Opfer der sexuellen Übergriffe hatte der italienischen Nachrichtenagentur Ansa gesagt: «Wir haben versucht, sie wegzuschieben, meine Freundin hat sie geschlagen und geohrfeigt, aber sie haben gelacht und uns weiter angegriffen. Ich hatte 15 Hände auf mir.» Laut Ansa zählten auch zwei 20-jährige Touristinnen aus Deutschland zu den Opfern.

Die Übergriffe nähren die Sorge wegen Gewalt gegen Frauen in Italien, wo pro Woche durchschnittlich zwei Frauen getötet werden, meist von ihrem Lebensgefährten oder Ex-Partner.

Ausserdem erinnern die Vorfälle an die Silvesternacht 2015/2016 in Köln. Damals hatte es rund um den Hauptbahnhof und den Dom massenhaft sexuelle Übergriffe gegen Frauen sowie andere Straftaten wie etwa Diebstähle gegeben. Die Taten waren aus einer grossen Menge heraus verübt worden. Viele Beschuldigte waren nordafrikanischer Herkunft. Die Ereignisse sorgten bundesweit für Entsetzen und emotionale Debatten.

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