Nach Korruptionsskandal: Selenskyjs Zustimmungswerte erholen sich
Präsident Wolodymyr Selenskyj legt in den Umfragen zu. Doch nun erwarten viele Ukrainerinnen und Ukrainer Taten im Kampf gegen Korruption.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach seinem Korruptionsskandal gewinnt Selenskyj langsam wieder das Vertrauen des Volkes.
- Die Geduld der Ukrainer hängt jedoch am seidenen Faden.
- Der Präsident soll der Korruption endlich den Kampf ansagen, verlangen sie.
Im November letzten Jahres sorgt ein Korruptionsskandal für Aufruhr in der ukrainischen Bevölkerung. Mittlerweile scheinen die meisten ihrem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zwar wieder verziehen zu haben. Doch nun erwarten sie, dass er gezielt gegen Korruption vorgeht, wie die ARD berichtet.
Selenskyj unterzeichnete im vergangenen Jahr ein umstrittenes Gesetz, das Anti-Korruptionsbehörden schwächt. Gleichzeitig erschütterten im November Schmiergeldaffären das Vertrauen der Bevölkerung.
59 Prozent halten zu ihrem Präsidenten
Eine aktuelle Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie zeigt: 59 Prozent der Befragten vertrauen Selenskyj. Das sind 10 Prozent mehr als noch im November. Obschon die Mehrheit nicht mehr schlecht auf ihren Präsidenten zu sprechen ist, steht die Geduld der Bevölkerung auf der Kippe.
Denn: Korruption schade der Ukraine massiv, sind sich 80 Prozent der befragten Ukrainer laut einer weiteren aktuellen Umfrage einig. Zum Vergleich: Die Frage, ob russische Luftangriffe der Ukraine massiv schaden würden, bejahten nur 63 Prozent.
Nicolas Hayoz, emeritierter – also teilweise in den Ruhestand getretene – Professor und Osteuropa-Experte, äusserte sich im November gegenüber Nau.ch zum Korruptionsskandal. Brisant sei, «dass sich in der Entourage von Selenskyj im Verlauf des Krieges eine Art kleines mafiaähnliches System etablieren konnte».
Selenskyj müsse radikal durchgreifen und sein gesamtes Macht- und Regierungssystem umbauen.

















