Im Streit über Warenkontrollen zwischen Nordirland und dem übrigen Vereinigten Königreich zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab.
Brexit
Eine Flagge der Europäischen Union und eine Flagge von Grossbritannien wehen vor dem Parlament in Westminster. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Gezerre zwischen EU und Grossbritannien um die Regeln für Nordirland gehen weiter.
  • Am Mittwoch kam es diesbezüglich zu einer Online-Konferenz.
  • Eine gemeinsame Erklärung anschliessend blieb aber vage.

Trotz versöhnlicher Worte beider Seiten ist im Gezerre um die Brexit-Regeln für die britische Provinz Nordirland noch keine Lösung in Sicht. Das sogenannte Joint Committee der Europäischen Union und Grossbritanniens schaltete sich am Mittwoch zu einer Online-Konferenz zusammen, doch blieb eine gemeinsame Erklärung anschliessend vage.

Hintergrund ist der Streit über Warenkontrollen zwischen Nordirland und dem übrigen Vereinigten Königreich. Sie sollen die Notwendigkeit einer harten Grenze zwischen den beiden Teilen Irlands verhindern, doch sie erschweren das Geschäft beispielsweise für Supermärkte, die ihre Waren übers Meer aus Grossbritannien in die Provinz einführen. Teilweise blieben Gemüseregale nach dem Inkrafttreten zum Jahreswechsel leer.

Beide Seiten bekannten sich zum Nordirland-Protokoll

Nach einer vorübergehenden Eskalation des Streits, als die EU kurzzeitig die Einführung von Kontrollen zur Überwachung von Impfstoffexporten erwog, forderte London weitreichende Änderungen am Protokoll. Doch davon war am Mittwoch zunächst keine Rede mehr.

Brexit - Nordirland
24.02.2021, Grossbritannien, Belfast: Ein Frachtlastwagen verlässt den Hafen. Das sogenannte Joint Committee trifft sich zu einer Online-Konferenz. Hintergrund ist der Streit über Warenkontrollen zwischen Nordirland und dem übrigen Vereinigten Königreich. Foto: Niall Carson/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ - dpa

Beide Seiten bekannten sich in einer gemeinsamen Erklärung zum Friedensabkommen und dem Nordirland-Protokoll. Es solle nun weiter mit Unternehmensverbänden und anderen Interessengruppen zusammengearbeitet werden. Die britische Regierung betonte zudem, man werde Supermärkte und ihre Zulieferer mit einem Operationsplan unterstützen und neue digitale Lösungen für Händler bereitstellen.

Enttäuscht zeigte sich die Chefin der protestantisch-nordirischen DUP, Arlene Foster. Die EU-Kommission sei taub für die Anliegen der unionistischen Gemeinschaft in Nordirland, sagte Foster der BBC. Weniger negativ bewertete Vizeregierungschefin Michelle O'Neill von der katholisch-republikanischen Sinn-Fein-Partei die Gespräche. Beide Seiten hätten sich zum Nordirland-Protokoll bekannt. Die EU habe zudem ein weiteres Treffen des Joint Committee vor Ende März in Aussicht gestellt.

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