Nach Amokfahrt: Täter muss vorerst in die Psychiatrie

Keystone-SDA
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Deutschland,

Nach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt hat das Amtsgericht angeordnet, den Täter vorerst in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Dem 33-jährigen Deutschen werden zweifacher Mord sowie versuchter Mord in vier Fällen vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig weiter mitteilte.

Ein Polizeifahrzeug verlässt die Absperrung der Grimmaischen Strasse in Leipzig. Foto: Jan Woitas/dpa
Ein Polizeifahrzeug verlässt die Absperrung der Grimmaischen Strasse in Leipzig. Foto: Jan Woitas/dpa - Keystone/dpa/Jan Woitas

Es gebe nach bisherigen Ermittlungen dringende Gründe dafür, dass der Beschuldigte die Tat «im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit» begangen habe, hiess es in der Mitteilung. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgend habe das Amtsgericht seine einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus als für die öffentliche Sicherheit erforderlich angesehen. Denn nach bisherigen Erkenntnissen sei es wahrscheinlich, «dass der Beschuldigte aufgrund seines Zustandes weitere erhebliche rechtswidrige Taten vergleichbarer Schwere begehen wird».

Laut Polizei war der Deutsche am Montag gegen 16.45 Uhr im Stadtzentrum in die Grimmaische Strasse, die zu den zentralen Einkaufsstrassen der Stadt gehört, gefahren. In der Fussgängerzone erfasste er mehrere Menschen mit seinem Wagen. Der Fahrer brachte das Auto anschliessend selbst zum Stehen und liess sich widerstandslos festnehmen.

Durch die Amokfahrt starben zwei Menschen – eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann. Wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei Leipzig weiter mitteilten, wurden sechs Menschen im Alter von 21 bis 87 Jahren verletzt, zwei von ihnen – ein 75 Jahre alter Mann und eine 84 Jahre alte Frau – schwer. Zudem mussten mehr als 80 Menschen nach dem Geschehen betreut werden.

Den Ermittlern zufolge wohnt der 33 Jahre alte Täter in der Region Leipzig und war wenige Tage zuvor in stationärer Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung. Wie das Sozialministerium in Dresden bestätigte, hatte er sich auf eigenen Wunsch freiwillig in der Klinik aufgehalten und war Ende April entlassen worden. Er war auch schon polizeilich aufgefallen, unter anderem wegen Bedrohung und ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld. Dabei handelt es sich um Vorfälle ohne körperliche Gewalt, etwa Beleidigungen oder Herabwürdigungen.

Zu den Hintergründen der Tat gibt es weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse. Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv liegen nach Angaben der Ermittler nicht vor.

Die Einkaufsstrasse in der Leipziger Innenstadt wurde inzwischen wieder für Passanten freigegeben. Die meisten Geschäfte entlang der Strasse blieben jedoch vorerst geschlossen. Nach Angaben der Stadt soll die Strasse an der betroffenen Stelle baulich gesichert werden.

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Kommentare

User #5900 (nicht angemeldet)

Da geht einer freiwillig in die Psychiatrie, versteht sich dort mit einigen Insassen nicht, wird aus der Psychiartrie rausgeschmissen, fährt draussen Menschen über den Haufen und kommt dann wieder zurück in die Psychiatrie?! Finde den Fehler...!

User #2406 (nicht angemeldet)

In der Psychi haut er ab, das ist kein Gefängnis. Der könnte auch in U-Haft von einem Seelenklempner betreut werden. Anstatt die Bevölkerung schützen, wird Täterschutz betrieben - weshalb eigentlich? Fb

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