Wie schützen? Hantavirus wurde wohl von Mensch zu Mensch übertragen

Der Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff forderte drei Tote. Die Viren sollen von Mensch zu Mensch übertragen worden sein. Wie kann man sich schützen?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Hantavirus erregte mit dem tödlichen Ausbruch auf einer Kreuzfahrt grosses Aufsehen.
  • Medikamente gibt es nicht – doch ein Experte schätzt die Ansteckungsgefahr als gering ein.
  • Doch: Das Virus soll tatsächlich von Mensch zu Mensch übertragen worden sein.

Bei den Hantavirus-Fällen der Atlantik-Kreuzfahrt «Hondius» geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun von Infektionen von Mensch zu Mensch aus.

Das sagte WHO-Expertin Maria Van Kerkhove bei einer Pressekonferenz in Genf.

Das Hantavirus wird üblicherweise durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Doch die Epidemiologin erklärte: Beim Anden-Typ des Virus, der in diesem Fall vermutet wird, seien auch Infektionen zwischen Menschen bei engem Kontakt möglich.

Kreuzfahrtschiff Hantavirus
Das betroffene Polar-Kreuzfahrtschiff lag am Sonntag vor Praia, der Hauptstadt von Kap Verde (Archiv). - Screenshot/X

Das betroffene kleine Kreuzfahrtschiff «Hondius» mit insgesamt 140 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen. Und es ankert derzeit vor Cap Verde.

Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem mittlerweile verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging. Das könnte sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben.

Bist du gegen die Grippe geimpft?

Van Kerkhove wies darauf hin, dass viele Passagiere der Expeditions-Kreuzfahrt Wildtier-Beobachtungen und ähnliche Aktivitäten unternommen haben. Die weitere Übertragung könnte dann an Bord zwischen Personen passiert sein, etwa in Kabinen, sagte Van Kerkhove.

Sie schloss nicht aus, dass die Infektionen auch von Nagetieren auf afrikanischen Inseln stammen könnten. Diese wurden im Zuge der Kreuzfahrt angefahren. Laut Schiffsbetreiber seien keine Ratten an Bord, so die WHO-Expertin.

Das sind erste Warnhinweise

Die Krankheit verläuft ähnlich wie eine Grippe. Betroffene bekommen Fieber, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen. Dies erklärt Infektiologe Robert Krause im Gespräch mit SRF. Krause leitet die Klinische Abteilung für Infektiologie an der Medizinischen Universität Graz (A).

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei selten.

Infektiologe Krause weist auf ein besonderes Merkmal hin: «Es kann sein, dass man für einige Tage schlecht sieht.» Dabei handelt es sich um eine vorübergehende Kurzsichtigkeit.

In schweren Fällen werde die Erkrankung gefährlich. Dann könne es «zu einem Nierenversagen kommen, sodass eine Dialyse notwendig wird». Eine Dialyse ist ein Verfahren, das die Nierenfunktion maschinell übernimmt.

Oder es kann «ein Lungenversagen auftreten, was eine künstliche Beatmung erforderlich macht», erklärt Krause.

Kein spezifisches Medikament – was kann man tun?

Eine gezielte Behandlung gegen das Hantavirus, etwa mittels eines Medikaments, gibt es laut Krause bisher nicht. Ärzte können nur die Symptome lindern oder versuchen, ausgefallene Organe zu ersetzen.

Dennoch kann man sich schützen. Wer zum Beispiel in Räumen arbeitet, in denen Nagetiere waren, sollte vorsichtig vorgehen.

nagetier
Nagetiere sind die Träger und Überträger von Hantaviren. Wie gefährlich und wahrscheinlich ist die Infektion wirklich? - keystone

Krause empfiehlt etwa chlorhaltige Reinigungsmittel: «Betroffene Flächen können mit einer Flüssigkeit besprüht werden, damit möglichst wenig Staub aufgewirbelt wird. Zudem empfiehlt es sich, eine Maske zu tragen.»

Der Infektiologe ergänzt: «Wichtig ist ausserdem, gut zu lüften und sich nach solchen Arbeiten gründlich die Hände zu waschen. Insbesondere wenn man in geschlossenen Räumen wie Kellern oder Gartenhäusern arbeitet.»

In der Schweiz gab es laut BAG in den letzten Jahren jedoch nie mehr als sechs Fälle pro Jahr.

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Kommentare

User #5053 (nicht angemeldet)

Das war Mister Sklave aus South Park mit seinem Hamster.

User #1803 (nicht angemeldet)

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