Tschernobyl

    Mysterium um blaue Hunde in Tschernobyl geklärt

    Lena Goldmann
    Lena Goldmann

    Ukraine,

    In den vergangenen Tagen wurden blaue Hunde bei Tschernobyl gesichtet. Es wurde spekuliert, ob sie radioaktiv verseucht sind – nun ist das Rätsel gelöst.

    ukraine krieg
    Bei Tschernobyl wurden in den vergangenen Tagen mehrmals blaue Hunde gesichtet. Nun ist klar, warum sie die Färbung tragen. - dpa

    Tagelang sorgten Berichte über mysteriöse blaue Hunde in der Sperrzone von Tschernobyl für Aufsehen. Die Organisation «Dogs of Chernobyl» entdeckte mindestens drei Tiere mit auffällig blau gefärbtem Fell.

    Nun hat Serhij Kirjejew, Generaldirektor des ukrainischen Staatsunternehmens Ecocentre, das Rätsel aufgeklärt. Die Hunde wurden sterilisiert und anschliessend mit blauer Farbe gekennzeichnet, so der «Spiegel».

    Sterilisation als Ursache für blaue Färbung bei Hunden in Tschernobyl

    Diese Markierung dient dazu, bereits sterilisierte Tiere auf einen Blick zu erkennen. Die Methode soll helfen, die Population der herrenlosen Hunde in der verstrahlten Zone einzudämmen.

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    In Tschernobyl wurden drei blaue Strassenhunde beobachtet. Tierschützer stehen vor einem Rätsel. - Instagram@dogsofchernobyl1

    Das blaue Fell ist somit keine radioaktive Mutation, sondern eine bewusste Kennzeichnung durch Tierschutzorganisationen. «Das ist Unsinn», sagte Kirjejew zu den Spekulationen über mutierte Hunde, berichtet «Keystone-SDA».

    Ursprünglich vermutete man Chemikalien als Ursache

    Die verwendete Farbe sei vollkommen harmlos für die Tiere in Tschernobyl und stelle keine Gesundheitsgefahr dar. Bevor die Behörden Klarheit schafften, spekulierten Tierschützer über mögliche Ursachen der Fellverfärbung.

    Jennifer Betz, die tiermedizinische Leiterin von Dogs of Chernobyl, vermutete zunächst Chemikalien aus mobilen Toiletten. Die Organisation kümmert sich seit 2017 um rund 700 herrenlose Hunde in der Sperrzone.

    Tiere in Tschernobyl zeigen genetische Anpassungen

    Diese Hunde sind Nachkommen jener Tiere, die bei der Evakuierung 1986 zurückgelassen wurden. Nach der Reaktorexplosion flohen Zehntausende Menschen aus der Region und liessen ihre Haustiere zurück.

    Im Sperrgebiet haben sich tatsächlich einige Tierarten genetisch an die Strahlung angepasst, wie die «Frankfurter Rundschau» berichtet. So entdeckten spanische Forschende 2022 Frösche mit ungewöhnlich dunkler Pigmentierung nahe dem havarierten Reaktor.

    blaue hunde tschernobyl
    Ein Fuchs nahe von Tschernobyl. Viele Tiere in der Nähe des Nuklearreaktors sind genetisch mutiert. - keystone

    Das Melanin hilft den Amphibien offenbar, ionisierte Moleküle zu neutralisieren und Zellschäden zu verhindern. Die Hunde haben jedoch laut Experten vor allem wegen ihrer natürlichen Robustheit überlebt.

    Die Katastrophe vom April 1986 gilt als schwerster Störfall in der zivilen Atomenergienutzung. Ein Reaktorblock explodierte im damals sowjetischen Kernkraftwerk, Tausende Menschen erlitten Strahlenschäden und wurden dauerhaft umgesiedelt.

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    Kommentare

    User #6297 (nicht angemeldet)

    Kann man das auch mit NGO-Personal machen? Es macht Sinn, sie zu erkennen!

    User #6138 (nicht angemeldet)

    Dieser Fuchs sieht gut genährt aus. Da gibt es dann in Pripyat andere Exemplare, komplett ausgemergelt.

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