Migranten schwimmen nach Ceuta – Stadt fordert Armee an
Rund 1500 Migranten erreichen die spanische Exklave Ceuta schwimmend. Die Unterkünfte sind überfüllt, nun soll das Militär helfen

Das Wichtigste in Kürze
- Rund 1500 Migranten erreichen Ceuta innert einer Woche.
- Viele schwimmen von Marokko in die spanische Exklave.
- Die Aufnahmeeinrichtungen sind völlig überlastet.
- Ceutas Regierung fordert Unterstützung durch die Armee.
In der spanischen Exklave Ceuta spitzt sich die Lage zu. Rund 1500 Migranten haben die Hafenstadt an der nordafrikanischen Küste innerhalb einer Woche erreicht.
Viele von ihnen schwimmen von Marokko aus um die Grenzanlagen herum. Einige benutzen dabei lediglich Schwimmreifen. Die spanische Küstenwache, die Guardia Civil und das Rote Kreuz sind im Dauereinsatz.
Hunderte schlafen im Freien
Ceutas Regierungschef Juan Jesús Vivas (73) spricht von einer «absoluten humanitären und sozialen Notlage». Die Aufnahmezentren seien «zusammengebrochen und überfüllt».
Besonders dramatisch ist die Lage bei unbegleiteten Minderjährigen. Die dafür vorgesehenen Einrichtungen seien derzeit mit 2400 Prozent ihrer eigentlichen Kapazität belegt.
Hunderte Menschen finden keinen Platz mehr in den Unterkünften. Sie schlafen auf Gehwegen, öffentlichen Plätzen oder in Grünanlagen.
Ceuta fordert Hilfe der Armee
Die Regionalregierung fordert nun Unterstützung aus Madrid. Zusätzliche Polizisten und Soldaten sollen die Grenze sichern und bei der Versorgung der Menschen helfen.
Ceuta verlangt zudem, dass die spanische Regierung die Situation zur nationalen Notlage erklärt. Regierungschef Vivas fordert eine «entschlossene, sofortige und koordinierte» Reaktion.
Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska will nach Ceuta reisen. Die Regierung koordiniert nach eigenen Angaben mehrere Ministerien, um den Grenzschutz und die humanitäre Hilfe zu verstärken.
Gefährlicher Weg durchs Meer
Der Weg nach Ceuta ist lebensgefährlich. Wer die spanische Exklave erreichen will, muss teilweise stundenlang durch das Meer schwimmen.
Nach Angaben von Vivas wurden innerhalb eines Jahres rund 60 Leichen vor der Küste gefunden. Auch in den vergangenen Tagen sollen erneut mehrere Menschen ums Leben gekommen sein.
Ein kürzlich ergangenes Urteil des Obersten Gerichtshofs erschwert zudem direkte Rückführungen. Menschen, die auf dem Seeweg spanisches Gebiet erreichen, dürfen demnach nicht pauschal und ohne Prüfung nach Marokko zurückgeschickt werden.
Ob das Urteil den aktuellen Anstieg ausgelöst hat, ist allerdings unklar. Auch gutes Wetter und ruhige See begünstigen derzeit die gefährlichen Überfahrten.
Ceuta bildet gemeinsam mit Melilla die einzige Landgrenze der Europäischen Union auf dem afrikanischen Kontinent. Bereits 2021 erreichten innerhalb weniger Tage Tausende Menschen die spanische Exklave.














