Angela Merkel ist am Donnerstagabend zu ihrem letzten offiziellen Griechenland-Besuch in Athen eingetroffen. Zunächst sollte es ein privates Abendessen mit Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis geben. Am Freitag stehen mehrere Veranstaltungen sowie ein weiteres Treffen mit dem Premier und gemeinsame Statements auf dem Programm.
Angela Merkel
Angela Merkel spricht zu den Medien. - Screenshot/SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Verhältnis der Griechen zur deutschen Langzeit-Kanzlerin ist gespalten; viele verzeihen ihr die harte Haltung nicht, die Deutschland während der schweren Finanzkrise Griechenlands zeigte, als dem Land von seinen internationalen Gläubigern harte Sparmassnahmen auferlegt wurden.

Premier Mitsotakis, als Chef der konservativen Partei Nea Dimokratia der CDU näher als andere griechischen Parteien, bewertet diese Phase der deutsch-griechischen Beziehungen ebenfalls kritisch. «Sie wird es als erste eingestehen - und das hat sie ja auch schon gesagt -, dass sie den Griechen während der Krise zu viel abverlangt hat», sagte er kürzlich in einem Interview. «Die Sparpolitik ging weit über das hinaus, was die griechische Bevölkerung ertragen konnte.»

Die Bundeskanzlerin selbst bezeichnete die Griechenland-Krise, die zur Euro-Krise wurde, als grösste Herausforderungen ihrer Amtszeit. «Es ist unheimlich hart, wenn man sieht, was man den Menschen zumutet», sagte sie im September bei einer Podiumsdiskussion in Düsseldorf. Merkel war wegen der Sparmassnahmen in Griechenland als Verantwortliche und «böse Frau» wahrgenommen worden. Bei Demonstrationen der Griechen gegen diese Politik war sie auf manchen Plakaten in Nazi-Uniform und mit Hitler-Bärtchen abgebildet worden.

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