Merkel fordert Erdogan zum Stopp der Militäroffensive in Syrien auf

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    Deutschland,

    30 Kilometer tief sind türkische Truppen bereits in Nordsyrien vorgedrungen, Zehntausende haben die Flucht ergriffen.

    Angela Merkel
    Angela Merkel - dpa/dpa/picture-alliance/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kanzlerin Merkel fordert eine «umgehende Beendigung» der Offensive.
    • Präsident Erdogan zeigt sich von Strafmassnahmen der Europäer unbeeindruckt.

    Angesichts erbitterter Gefechte der türkischen Armee mit Kurdenmilizen in Syrien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zum sofortigen Stopp der Militäroffensive aufgefordert. Die Kanzlerin habe sich am Sonntag in einem Telefonat mit Erdogan für eine «umgehende Beendigung der Militäroperation» ausgesprochen, teilte eine Regierungssprecherin mit.

    Deutschland stoppt Rüstungsexporte teilweise

    Als Reaktion auf den Einmarsch stoppte Deutschland seine Rüstungsexporte an den Nato-Partner teilweise. Auch EU-Sanktionen gegen die Türkei schienen am Sonntag möglich. Die USA ziehen derweil weiter Soldaten aus dem Gebiet zurück, in das die Türken vordringen.

    syrien
    Türkische Panzer nahe der syrischen Grenze. - AFP

    Die syrische Regierung schickt nun dagegen Truppen in die Region. Die syrische Armee werde im Norden der «türkischen Aggression auf syrischem Boden entgegentreten», berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Sonntag, ohne Details zu nennen.

    Merkel warnt Erdogan

    Merkel warnte Erdogan, dass die Offensive ungeachtet berechtigter türkischer Sicherheitsinteressen zur Vertreibung grösserer Teile der lokalen Bevölkerung führen könnte. Zudem drohten eine Destabilisierung der Region und ein Wiedererstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

    Turkey US Syria
    Merkel telefonierte mit Erdogan. - keystone

    Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, rund 780 IS-Unterstützer seien nach Beschuss durch mit der türkischen Armee verbundenen Milizen aus dem Lager Ain Issa ausgebrochen. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass einige von ihnen sich auf den Weg nach Al-Rakka gemacht hätten, der früheren Hochburg des IS. Erdogan bezeichnete Berichte über den Ausbruch als «Desinformation».

    Rund 130 000 Menschen wurden laut UN-Angaben seit Beginn der Offensive am Mittwoch vertrieben. Im Fokus der Kämpfe standen am Sonntag die syrischen Grenzstädte Ras al-Ain und Tall Abjad.

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