In der niederländischen Stadt Utrecht sterben bei einer Schiesserei drei Menschen. Die Polizei konnte den mutmasslichen Täter fassen.
Polizei Utrecht Schiesserei
Mehrere bewaffnete Polizisten stehen am 18.03.19 auf dem 24.-Oktober-Platz an dem kurz zuvor mehrere Schüsse gefallen sind. - Keystone
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • In Utrecht kam es zu Schüssen.
  • Mindestens fünf Menschen wurden verletzt, drei Personen sind gestorben.
  • Die Polizei konnte den mutmasslichen Täter fassen.

Im niederländischen Utrecht kam es am Montagmittag zu einer Schiesserei. Drei Menschen wurden bei Schüssen in einem Tram getötet. Fünf weitere wurden verletzt.

Nach der Fahndung eines Mannes am Nachmittag konnte noch am frühen Montagabend der mutmassliche Täter gefasst werden. Dies berichtet die niederländische Polizei.

Der verdächtige Mann soll laut dem «AD» am 4. März im Zusammenhang mit einem Vergewaltigungsfall bereits vor Gericht gestanden haben.

Zuvor mussten Aktivisten einen Polizei- und Feuerwehrstreik abbrechen, als der oder die Schützen das Feuer in einem Tram eröffnete.

Ein terroristisches Motiv wurde bisher nicht ausgeschlossen. Aber auch ein familiärer Hintergrund steht im Raum. So berichtet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Hollands Ministerpräsident Mark Rutte bezeichnete den Vorfall in einer Pressekonferenz selbst als «Anschlag», der «unser Land schockiert».

Ministerpräsident Rutte äussert sich zu dem Vorfall aus Den Haag. Es sei eine «besorgniserregende» Situation. Die geplante Krisenstab sagte er aber ab.

Höchste Terrorwarnstufe

Der nationale Koordinator für Terrorismusbekämpfung, Pieter-Jaap Aalbersberg, verkündete über Twitter die Erhöhung der höchste Gefahrenstufe. Und das für mindestens die nächsten 18 Stunden.

«Die Rettungsdienste werden ihre ganze Energie einsetzen, um den Täter der Schiesserei in Utrecht zu finden», verkündete Aalbersberg.

Ein Augenzeuge, der in dem Tram sass, berichtet jemand habe plötzlich mit einer grossen Pistole zu schiessen begonnen. Die Menschen hätten die Scheiben eingetreten, da sich die Türen nicht so schnell öffneten.

Es herrschte «grosses Chaos», so ein anderer Augenzeuge. Er berichtet von einer 20- bis 35-jährigen Frau, die am Boden liegend gerufen habe: «Ich habe nichts getan.»

Dann seien drei Schüsse gefallen und vier Männer hätten versucht, die Frau wegzuzerren. Nach erneuten Schüssen seien die Männer dann aber geflüchtet.

Steigt Opferzahl noch?

Die Polizei und Krankenwagen stehen am 24.-Oktoberplatz im Einsatz. Der Täter ist laut den Beamten mit einem roten Renault Clio auf der Flucht. Eventuell habe er auch noch an anderen Orten geschossen.

Die Polizei bittet, die Häuser nicht zu verlassen und die Einsatzkräfte ihren Job lassen zu machen. Auch Schulen und Moscheen erhielten die Anweisung, die Türen geschlossen zu halten.

Der Tram- und Busverkehr wurde mittlerweile in ganz Uttrecht auf Anordnung der Polizei eingestellt. Wie lange die Sperre dauern wird, ist nicht bekannt.

Für Angehörige von Opfern wurde eine spezielle Telefonnummer eingerichtet – 0887569988, teilte die UMC Utrecht mit.

Andere niederländische Städte verstärken Sicherheitsvorkehrungen

Auch in anderen niederländischen Städten wie Rotterdam wurden die Sicherheitsvorkehrungen von Bahnhöfen und Moscheen verstärkt.

Auch im Nachbar Deutschland werden Kontrollen erhöht. Gerade auf der A3, die direkt von Utrecht über die Grenze nach Gelderland verläuft.

Mehrere Parteien setzen wegen der Tragödie ihre Kampagnen für die Wahlen eines Provinzrates aus.

Ad
Ad

Mehr zum Thema:

A3Renault