Massentourismus in Frankreich: Dorf ertrinkt in Besuchermassen

Ines Biedenkapp
Ines Biedenkapp

Frankreich,

Saint-Guilhem-le-Desert, ein kleines Dorf in Frankreich, kämpft mit bis zu 800'000 Touristen jährlich. Die 250 Einwohner fühlen sich dadurch bedrängt.

Frankreich Saint-Guilhem-le-Desert
Saint-Guilhem-le-Desert in Frankreich gehört um UNESCO-Weltkulturerbe und zieht jährlich Zehntausende von Touristen an. - depositphotos

Das Dorf Saint-Guilhem-le-Desert in Frankreich zieht im Jahr über 800'000 Touristen an. Die engen, mittelalterlichen Gassen sind oft überfüllt, alltägliche Wege werden zur Herausforderung, klagt ein Rentner gegenüber dem Radiosender «franceinfo».

«Man geht nicht raus, wann man will. Einkaufen muss man genau planen», berichtet er. Rechnerisch kommen auf jeden der 250 Einwohner jährlich etwa 3000 Touristen.

Nur der Rückzug möglich

Auch die Plätze an den Cafés sind Touristen vorbehalten. Einheimischen bleibt meist nur der Rückzug möglich.

Eine weitere Ursache für die Belastung sind auch die besonders vielen Autos. Seit 15 Jahren gibt es daher am grossen Parkplatz ausserhalb des Dorfkerns einen Shuttle-Service.

Bist du gerne als Tourist unterwegs?

Dieser sollte den Verkehr reduzieren, erklärt Bürgermeister Robert Siegel dem Sender. Gegenüber «franceinfo» sagt er: «Wenn zu viele Menschen auf engem Raum sind, macht das niemandem Freude, weder den Bewohnern noch den Gästen.»

«Instagram-Effekt» zieht Touristen nach Frankreich

Doch der «Instagram-Effekt» hält weiter an. Die Fotos machen das Dorf in Frankreich zu einem absoluten Hotspot für Touristen.

Frankreich
Im Süden Frankreichs gibt es noch einige mittelalterliche Städte zu entdecken (Symbolbild). - depositphotos

Die Einwohner versuchen, den Touristenstrom zu entzerren. Bestimmte Sehenswürdigkeiten oder Wanderwege werden bewusst nicht mehr beworben, schreibt «T-Online».

Historisches Erbe und Herausforderungen zugleich

Saint-Guilhem-le-Desert bezaubert mit romanischer Architektur und dem Jakobsweg als kulturellem Highlight, schreibt die «Frankfurter Rundschau». Der Tourismus bringt einerseits Einnahmen, führt aber auch zu Kollisionen mit der Lebensqualität der Bürger.

Der Bürgermeister setzt auf nachhaltige Tourismusstrategien, um das Dorf lebenswert zu erhalten und den Besucherstrom zu regulieren. Die Balance zwischen Denkmalschutz und Alltagsleben bleibt allerdings eine Herausforderung.

Kommentare

User #5372 (nicht angemeldet)

Einfach Eintritt ins Dofs verlangen so um die 10-50 Euros und das Problem wäre , so denke ich , gelöst und es wird viel weniger , und das Dorf bekommt moch Einnahmen

User #4384 (nicht angemeldet)

Wie bei uns einfach alle Parkplätze aufheben, dann kommen auch nur noch wenige.

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