Marburger Forscher sehen möglichen Ansatz für Krebsmedikament bei Corona-Therapie

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Forscher der Universität Marburg sehen vielversprechende Ansätze für den Einsatz des Krebsmedikaments Ruxolitinib bei schweren Corona-Erkrankungen.

    Universitätsklinikum Marburg
    Universitätsklinikum Marburg - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • 65-Jährige mit akutem Lungenversagen geheilt - Studie geplant.

    Am Mittwochabend berichteten sie von der erfolgreichen Behandlung einer 65-jährigen Patientin, die nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 an akutem Lungenversagen und weiteren Organschädigungen litt.

    Nach der Gabe des Krebsmedikaments besserte sich der Zustand der Marburger Patientin. Atmung und Herzfunktion verbesserten sich rasch. Vom zehnten Tag ihres Klinikaufenthalts an konnte die Patientin demnach schrittweise vom Beatmungsgerät entwöhnt werden. Auch die Virusvermehrung reduzierte sich. Die Forscher nannten den Verlauf «bemerkenswert».

    Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte genehmigte mittlerweile eine klinische Studie, in der die Wissenschaftler den Einsatz von Ruxolitinib gegen Covid-19-assoziiertes Lungenversagen weiter untersuchen wollen.

    Covid-19 kann einen sogenannten Zytokinsturm auslösen, das ist eine Überreaktion des Immunsystems. Diese Überreaktion der körpereigenen Abwehr schädigt das Gewebe ? umso leichter verbreitet sich das eingedrungene Virus. Für die Patienten endet dies oft tödlich.

    Das Krebsmedikament hemmt Enzyme im Körper, die an überschiessenden Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Beginn der Gabe von Ruxolitinib und der gesundheitlichen Besserung der Patientin legt den Marburger Forschern zufolge die Vermutung nahe, die durch das Mittel ausgelöste Hemmung könnte zu dem günstigen klinischen Verlauf beigetragen haben.

    Offenbar handelt es sich bei dem Behandlungserfolg nicht um einen Einzelfall. Das Marburger Team verabreichte das Krebsmedikament noch mehreren anderen Patienten, um den schweren Krankheitsverlauf bei ihnen in den Griff zu bekommen. «Bei allen, denen das Mittel länger als eine Woche verabreicht worden ist, ist es am Ende gut geworden», berichtete der Krebsmediziner Andreas Neubauer.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    AfD
    381 Interaktionen
    Mike Müller & Co.
    bade
    48 Interaktionen
    Wird wärmer

    MEHR IN NEWS

    Harvey Weinstein
    2 Interaktionen
    Berichte
    hiv fidschi
    3 Interaktionen
    Notstand ausgerufen
    swisscom
    21 Interaktionen
    Nach 38 Jahren
    1 Interaktionen
    Rom/Nairobi/Mogadischu

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Elyas M'Barek
    2 Interaktionen
    «Fack ju Göhte»-Star
    Jürgen Klopp
    1 Interaktionen
    Debüt am Donnerstag
    «Höhle der Löwen»
    2 Interaktionen
    Artem Oral Care
    Bill Kaulitz
    3 Interaktionen
    «HeidiFest»