Mann erschiesst in Spanien drei Menschen auf offener Strasse

Nicola Wittwer
Nicola Wittwer, Keystone-SDA

Spanien,

In Andalusien spielte sich am Sonntagabend Grausames ab. Drei Menschen werden auf offener Strasse erschossen. Zu den Toten gehört auch ein Minderjähriger.

spanien
Die Opfer sind einem Mann verwandt, der vor zwei Jahren jemanden erschoss. Es könnte sich um eine Racheaktion handeln. - Screenshot «Canal Sur»

Das Wichtigste in Kürze

  • In Südspanien erschossen zwei Täter am Sonntagabend drei Personen, darunter eine Schwangere und ein Kind.
  • Die Polizei ermittelt, ob es sich um eine Racheaktion handelt.
  • Zwei der Todesopfer sind offenbar mit einem Mann verwandt, der 2024 eine Person getötet haben soll.

In der südspanischen Ortschaft Isla Cristina haben zwei maskierte Personen auf einem Motorrad mitten im Stadtzentrum drei Menschen erschossen. Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend um zirka 22 Uhr.

Zwei der drei Todesopfer gehören laut «Canal Sur» derselben Familie an. Es handelt sich demnach um eine im achten Monat schwangere Frau (†39) und deren Mutter (†62). Deren Grosskind, respektive Sohn (18), wurde schwer verletzt.

Das dritte Todesopfer ist ein 16-Jähriger. Eine weitere Person zog sich, wohl durch einen Querschläger, eine Oberschenkelwunde zu.

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Gemäss «Canal Sur» benutzte einer der Täter eine automatische Langwaffen. Anschliessend ergriffen die beiden die Flucht.

Mögliche Racheaktion

«Canal Sur» zufolge untersucht die Polizei, ob die Tat mit einem Vorfall aus dem September 2024 und jüngeren Schiessereien in Verbindung steht.

Bei den verstorbenen Frauen handelt es sich laut Polizei um die Schwester und Schwiegermutter eines Mannes, der 2024 eine Person getötet hatte. Der Täter wurde später festgenommen. Der schwerverletzte 18-Jähriger sei zudem sein Neffe.

Der getötete 16-Jährige habe mit den beiden verstorbenen Frauen und der mutmasslichen Abrechnung nichts zu tun.

Nach dem Fall von vor knapp zwei Jahren kam es wiederholt zu gewalttätigen Zwischenfällen mit Mitgliedern zweier Familien.

Die Stadt Isla Cristina liegt in der andalusischen Provinz Huelva und nur wenige Kilometer entfernt von der portugiesischen Grenze.

Grosse Unruhe

Bürgermeister Genaro Orta sprach von einer «grauenvollen Szene» am Tatort. Rund um die Opfer hätten zahlreiche Patronenhülsen gelegen. Er äusserte die Hoffnung, dass es in den kommenden Tagen keine weiteren Vergeltungsakte in Isla Cristina gebe. «Die Beunruhigung im Ort ist gross.»

Der regionale Regierungschef Juanma Moreno bezeichnete die Tat derweil als «unerträglich». Der Drogenhandel dürfe in Andalusien nicht ungehindert agieren, erklärte der konservative Politiker auf der Plattform X. Er forderte die linksgerichtete Zentralregierung auf, mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

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