MAK-Coup in Wien für Polizei «grösster Kunstdiebstahl seit Saliera»

Keystone-SDA
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Österreich,

Der Blitzcoup im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK), bei dem vergangene Woche ein millionenschweres Diamantencollier entwendet worden war, ist für die österreichische Polizei «wohl der grösste und spektakulärste Kunstdiebstahl seit dem Saliera-Fall 2003».

Wiener Museum für angewandte Kunst
Zwei Kunstdiebe haben am Donnerstag, 27. August 2026 ein Ausstellungsstück aus dem Museum für angewandte Kunst (MAK) in der Wiener Innenstadt gestohlen. - keystone

«Wenn ein Museum während der Öffnungszeiten betroffen ist, dann ist das schon eine andere Dimension», sagte Anita Gach, Leiterin der Kulturgutfahndung im österreichischen Bundeskriminalamt, der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Die Kunsthistorikerin und ihr Team durchforsten täglich unter anderem Online-Kataloge von Auktionshäusern, einschlägige Shops, Kunstportale im Netz sowie Datenbanken von Interpol und Europol nach gestohlenem Kulturgut. Auch Überprüfungen vor Ort im Rahmen von Hausdurchsuchungen zusammen mit Ermittlern gehören zum Aufgabengebiet.

Auf KI-Tools verzichten die Kulturgutfahnder dabei weitgehend. «Da muss man halt schon sehr aufpassen, dass keine falschen Infos herauskommen», sagte sie über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Fahndung. Ein «visuelles Gespür» sei darum für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kulturgutfahndung unerlässlich.

Nach jedem Diebstahl sowie Raub von Kulturgegenständen in Österreich veröffentlicht die Polizei Fotos im Netz. «Das Ziel ist natürlich schon, möglichst viele zu erreichen und Informationen zu verbreiten», sagte die Expertin.

Bei Fällen wie dem Diebstahl des goldenen Salzfasses des Künstlers Benvenuto Cellini (Saliera-Fall) vor mehr als 23 Jahren aus dem Wiener Kunsthistorischen Museum (KHM) oder jetzt der Entwendung des Colliers im MAK sei die Verbreitung jedoch ohnehin keine Schwierigkeit. Die Landespolizeidirektion ermittelt derzeit wegen räuberischen Diebstahls im Fall des Blitzcoups.

Ein mit Hammer und einer Pistole ausgestattetes Männerduo hatte das 1939 vom Pariser Luxusjuwelier Van Cleef & Arpels im Art-déco-Stil gefertigte Diamantencollier vergangenen Donnerstag binnen weniger Minuten während der «Glanzstücke»-Ausstellung in dem Museum geraubt.

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