Jüdisches Museum in Venedig wird nach sieben Jahren wieder geöffnet
Sieben Jahre war es geschlossen, nun öffnet das Jüdische Museum in Venedig am Donnerstag (22. Oktober) wieder seine Türen. Nach einer umfassenden Restaurierung und Erweiterung bietet das Museum im Herzen des ältesten Ghettos der Welt mehr Platz für seine Sammlungen.

Die Ausstellungsfläche wurde von 1290 auf 1700 Quadratmeter vergrössert. Der Rundgang führt durch ein verwinkeltes Raumgefüge, das drei der fünf historischen Synagogen Venedigs miteinander verbindet.
Die neue Gestaltung legt besonderen Wert auf die Vermittlung historischer Zusammenhänge. Neben religiösen Traditionen soll auch der Alltag im Ghetto sichtbar werden, das bis zum Ende der Republik Venedig im Jahr 1797 als Wohngebiet für die jüdische Bevölkerung bestimmt war.
Das 1954 von der Jüdischen Gemeinde Venedigs gegründete Museum bewahrt eine der bedeutendsten Sammlungen jüdischer Kunst und Kultur in Italien. Deren Bedeutung sei lange unterschätzt worden, sagte Museumsdirektorin Marcella Ansaldi. Ein wichtiges Ziel sei es nun, möglichst viele Menschen ins Museum zu bringen, darunter auch Venezianer, die es bisher nie besucht hätten.
Auch der Vizepräsident der Jüdischen Gemeinde, Paolo Navarro Dina, sieht in der Wiedereröffnung eine Gelegenheit, die Beziehungen zwischen Museum und Stadt zu stärken. Man knüpfe damit die Verbindungen zu Venedig neu, betonte er. Das sei gerade angesichts der aktuellen internationalen Entwicklungen besonders wichtig.
Die Erneuerung des Museums kostete insgesamt zwölf Millionen Euro. Die offizielle Wiedereröffnung wird von Veranstaltungen mit Vertretern aus Politik, Religion und Kultur begleitet. Für den Vormittag sind unter anderem der Patriarch von Venedig, Francesco Moraglia, sowie ein Vertreter der islamischen Religionsgemeinschaft angekündigt.










