CDU-Chef Armin Laschet will nach seinem Erfolg zum Kanzlerkandidaten auf Kritiker in den eigenen Reihen zugehen. Dabei setzt er auch auf CSU-Chef Markus Söder.
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Mit der Wahl von Armin Laschet (CDU) zum Kanzlerkandidaten waren nicht alle aus der Union einverstanden. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Machtkampf der Union macht sich in Umfragen bemerkbar.
  • CDU-Chef Armin Laschet will mit Kritikern das Gespräch suchen.
  • Er setzt im Kanzler-Rennen auch auf CSU-Chef Markus Söder.

Der Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union hat Wunden geschlagen. Nun versucht der CDU-Chef Armin Laschet, die Reihen wieder zu schliessen. Doch eine Umfrage verheisst nichts Gutes.

Nach dem erbitterten Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union will Laschet auf die Kritiker in den eigenen Reihen zugehen. CSU-Chef Markus Söder will er eng einbinden.

Armin Laschet will Gespräch suchen

In der ARD kündigte Armin Laschet an, in den nächsten Tagen das Gespräch mit den Kreisverbänden zu suchen. So, wie er es auch nach seiner Wahl zum CDU-Chef im Januar gemacht habe. Damals ist er auf die Lager seiner Mitbewerber Friedrich Merz und Norbert Röttgen zugegangen. «Das braucht jetzt die CDU

Armin Laschet
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der Union, will auf die Kritiker in den eigenen Reihen zugehen.. - dpa

Sein Ziel sei es immer gewesen, zu versöhnen, zuzuhören und Gegensätze zusammenzubringen. «Ich glaube, diese Qualität - Menschen in einer Zeit grosser Anspannungen zusammenzubringen - brauchen wir auch in diesem Bundestagswahlkampf.» Dies sagte Armin Laschet in der ARD-Sendung «Farbe bekennen».

Dabei setze er auch auf Markus Söder: «Er wird eine prägende Figur natürlich in diesem Unionswahlkampf sein. Er hat auch selbst gesagt, er bringt sich da ein», sagte er. «Und persönlich werden wir das auch gemeinsam stemmen.»

Machtkampf um Kanzlerkandidatur

Laschet hatte sich am Dienstag im Streit um die Kanzlerkandidatur gegen Söder durchgesetzt. Der CSU-Chef rief Laschet zum gemeinsamen Kandidaten der Union aus. Dies, nachdem der in der Nacht zuvor im CDU-Bundesvorstand klare Unterstützung erhalten hatte.

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Markus Söder (l) und Armin Laschet (r) lieferten sich in den vergangenen Wochen einen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union. - dpa

Begeisterung hat die Nominierung Laschets in der Union allerdings nicht ausgelöst. Thüringens CDU-Landeschef Christian Hirte sprach sogar von einer «Entscheidung gegen die CDU-Basis». Kritiker verweisen vor allem auf die vergleichsweise schlechten Zustimmungswerte für Laschet.

Eine Forsa-Blitzumfrage scheint solche Einschätzungen zu bestätigen. Im RTL/ntv-Trendbarometer des Meinungsforschungsinstituts stürzte die Union am Dienstag ab. Im Vergleich zur vergangenen Woche verlor sie sieben Prozentpunkte und landete nur noch bei 21 Prozent.

Grünen verdrängen Union vom ersten Platz

die Grünenn schossen um fünf Punkte nach oben und verdrängten mit 28 Prozent die Union von Platz eins. Sie hatten am Montag Co-Parteichefin Annalena Baerbock zur Kanzlerkandatin ausgerufen. Die SPD rutschte um zwei Punkte auf 13 Prozent.

Grünen Baerbock
Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen. - dpa

Eine Insa-Blitzumfrage im Auftrag der «Bild» kommt allerdings zu anderen Ergebnissen. Demnach gewinnen die Grünen nach der Kür von Baerbock zur Kanzlerkandidatin lediglich einen Punkt hinzu.

Sie kommen nun auf 22 Prozent. Die CDU/CSU muss im Vergleich zum Insa-Meinungstrend vom Montag einen Punkt abgeben und landet bei 27 Prozent. SPD (16 Prozent), AfD (12 Prozent) und Linke (7 Prozent) halten ihre Werte.

Union nicht gespalten

Im ZDF beschwor Armin Laschet noch einmal die Geschlossenheit der Union. «Ich glaube, dass wir inhaltlich, CDU und CSU, so eng beieinander sind wie lange nicht mehr.» Dies sagte er in der Sendung «Was nun...?».

Er verwahrte sich erneut gegen den Eindruck, dass der Machtkampf mit Söder die Union gespalten habe. Wenn es zwei Kandidaten gebe und dann abgestimmt werde, sei das keine Spaltung, sagte Laschet. «Das nennt man Demokratie.»

Armin Laschet
CDU-Chef Armin Laschet setzt beim Wahlkampf auch auf die Unterstützung von Markus Söder. - Keystone

Er räumte aber auch ein: «Wir haben uns anstrengende acht bis zehn Tage zugemutet.» Im Bundestagswahlkampf setze er auf die Unterstützung von Markus Söder und der CSU: «Wir gewinnen das nur zusammen.»

Markus Söder sei «Kandidat der Herzen»

Söder hatte Laschet zuvor Rückendeckung gegeben. Er werde den Kandidaten ohne Groll und mit voller Kraft unterstützen, sagte der CSU-Chef in München. «Nur eine geschlossene Union kann am Ende erfolgreich sein.»

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Armin Laschet Markus Söder: Der CSU-Chef ries Laschet zum Kanzlerkandidaten aus. - dpa

In seinem Dank erwähnte Söder auch ausdrücklich die «mutigen Abgeordneten», die in der CDU für ihn das Wort ergriffen hätten. Er bedankte sich auch «bei den Jungen, bei den Modernen, (...) für ihre wirklich überragende Unterstützung».

CSU-Generalsekretär Markus Blume betonte, Söder habe eindrucksvoll bewiesen, welche Zugkraft er für die Union entfalten könne. «Markus Söder war erkennbar der Kandidat der Herzen.» Aber am Ende entscheide in einer Demokratie die Mehrheit.

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