Söder der Laschet – Noch immer ist nicht klar, wer der Kanzlerkandidat der Union wird. Nun überlässt die CSU die Entscheidung der CDU.
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Wer wird Kanzlerkandidat der Union - Laschet oder Söder?. Foto: Guido Kirchner/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) kämpfen seit Tagen um die Kanzlerkandidatur.
  • Nun überlässt die CSU die Entscheidung der CDU.

Nach acht Tagen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur in Deutschland überlässt die CSU die Frage nun der grösseren Schwesterpartei CDU. Dies entscheide die Christlich Demokratische Union jetzt «souverän», sagte der CSU-Vorsitzende Markus Söder am Montag in München.

«Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung». Söder machte nach einer Sitzung des Präsidiums seiner Christlich-Sozialen Union deutlich, dass der CDU-Vorsitzende Armin Laschet Kanzlerkandidat werde, wenn der CDU-Bundesvorstand dies beschliesse. Er versicherte: «Wird es Armin, hat er meine volle Unterstützung und die Rückendeckung der CSU.»

CDU und CSU bilden gemeinsame Fraktion im Bundestag

Die CSU ist die bayerische Schwesterpartei der CDU. Sie tritt nur im Bundesland Bayern an, die CDU nur in den übrigen 15 deutschen Bundesländern. Im Bundestag bilden beide eine gemeinsame Fraktion, bei Bundestagswahlen stellen sie einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten auf.

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Armin-Laschet, CDU-Landeschef und nordrhein-westfälischer Ministerpräsident spricht bei einer Pressekonferenz. - dpa

Laschet berief für Montagabend eine Online-Sonderkonferenz des Parteivorstands ein. «Ich werde dem Bundesvorstand einen Vorschlag machen, wie wir jetzt sehr schnell die nicht geklärte Frage zwischen CDU und CSU auflösen.» Dies kündigte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident an.

Er hoffe, dass man dann «sehr schnell in dieser Woche» zu Entscheidungen komme. Mit dem Argument «Gerade in diesen Tagen müssen wir sehr viel miteinander reden» bot Laschet Söder an, an der Sitzung teilzunehmen. Bayerns Ministerpräsident lehnte dies jedoch ab.

Söder wird keinen «Groll» hegen

Söder betonte, er stehe weiter bereit, die Kandidatur zu übernehmen, sofern die CDU dies wolle. Wichtig für den Wahlkampf sei, dass CDU und CSU als Team aufträten. Egal wie die Entscheidung der CDU ausgehe, er werde keinen «Groll» hegen.

«Egal, wie entschieden wird: Da bleibt jedenfalls bei mir und uns nichts hängen. Wir müssen - egal, wie es ausgeht - versöhnen, zusammenführen, zu einer gemeinsamen, grossen, schlagkräftigen Einheit in diesem Wahlkampf werden.» CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte, das CSU-Präsidium habe sich nochmals klar hinter Söder gestellt.

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Gibt die Entscheidung im festgefahrenen Machtkampf der Union ab an die Schwesterpartei: CSU-Chef Markus Söder. Foto: Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa - dpa

Seit vorvergangenem Sonntag hatten sich Laschet (60) und Söder (54) eine zunehmend härter werdende Auseinandersetzung geliefert. Dabei führte Söder immer wieder - auch am Montag - seine erheblich besseren Umfragewerte ins Feld. Aus denen leitet er grössere Erfolgsaussichten bei der Bundestagswahl am 26. September ab.

Seinen vorläufigen Höhepunkt fand der Machtkampf in der Nacht zum Montag, als Laschet und Söder in einem Bundestagsgebäude in Berlin rund dreieinhalb Stunden im kleinen Kreis miteinander verhandelten. Auch dieses Gespräch blieb aber ohne Einigung.

Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin für die Grünen

Die Union steht nicht nur wegen der internen Folgen des Streits fünf Monate vor der Bundestagswahl maximal unter Druck. Hinzu kommt, dass die Grünen - nach aktuellen Umfragen stärkste Kraft hinter der Union - Parteichefin Annalena Baerbock als ihre Kanzlerkandidatin präsentierten.

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Annalena Baerbock bei einer Rede in Bielefeld. Sie ist Kanzlerkandidatin der Partei Bündnis 90/Die Grünen. - dpa

Dass für die SPD Olaf Scholz antritt, steht seit längerem fest. Einzig die Union, die mit Angela Merkel seit fast 16 Jahren die Kanzlerin stellt, hat diese Personalie wegen des internen Streits noch nicht entschieden.

Kurz vor dem Treffen am Sonntagabend hatte sich die Nachwuchsorganisation Junge Union mit grosser Mehrheit hinter Söder gestellt und damit den Druck auf Laschet erhöht. «Die beiden Kandidaten hatten genug Zeit, zu einer Entscheidung zu kommen. Dies ist nicht geschehen und jetzt sehen wir uns gezwungen, uns zu positionieren. Dies ist mit deutlicher Mehrheit für Markus Söder erfolgt», erklärte JU-Chef Tilman Kuban.

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