Kosmonauten untersuchen mysteriöses Loch bei ISS Ausseneinsatz

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Russland,

In klobigen Raumanzügen mussten zwei Kosmonauten an einem winzigen Loch hantieren. Der Ausseneinsatz an der Raumstation ISS verlief erfolgreich.

Die Aufnahme zeigt die Internationale Raumstation (ISS) mit dem angedockten europäischen Wissenschaftslabor Columbus.
Das Loch ist aus noch ungeklärten Gründen entstanden und löste einen leichten Druckabfall aus. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosmonauten haben beim Ausseneinsatz an der Raumstation ISS ein winziges Loch untersucht.
  • Die Reparaturen stellten die Kosmonauten vor grosse Herausforderungen.
  • Ebenfalls wurden Fotos, Videos und Proben in die Raumstation zurückgebracht.

Zwei Kosmonauten haben bei einem schwierigen Ausseneinsatz an der Internationalen Raumstation ISS das mysteriöse Loch an der angedockten russischen Raumkapsel untersucht. Der Russe Oleg Kononenko schnitt mit Werkzeugen eine Isolierungshülle und ein Schutzschild durch, um das kleine Loch von aussen freizulegen. Er und sein Landsmann Sergej Prokopjew machten Fotos und Videos von dem Leck, das im August aus noch ungeklärten Gründen entstanden war und einen leichten Druckabfall ausgelöst hatte. Sie nahmen auch Proben, die russische Experten auf der Erde untersuchen sollen.

Der komplizierte und körperlich anstrengende Ausseneinsatz dauerte nahezu acht Stunden und damit gut anderthalb Stunden länger als geplant. Beide Kosmonauten schienen die Arbeiten teils auf eine Nervenprobe zu stellen. «Lasst uns nicht hetzen. Lasst uns Schritt für Schritt vorgehen, um nichts zu vermasseln», sagte Oleg Kononenko während der Live-Übertragung.

Mit zwei Millimetern ist das Loch ungefähr so gross wie ein Streichholzkopf. Entsprechend herausfordernd war es, im sperrigen Raumanzug mit klobigen Handschuhen und bei Schwerelosigkeit an der kleinen Öffnung zu arbeiten. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa sprach von einem «Heureka-Moment», als die beiden das Loch nach mehreren Stunden gefunden hatten.

Vorfall für Besatzung ungefährlich

Für die Besatzung war der Vorfall im August ungefährlich gewesen. Die Raumfahrer hatten das Leck mit einem klebstoffgetränkten Spezialtuch abgedichtet. Es ist aber immer noch unklar, wie das Leck entstand. Die Proben sollen klären, wie gut die Abdichtung von innen hielt.

Oleg Kononenko war erst in der vergangenen Woche zur ISS geflogen. Zuvor wurde er speziell für seinen mittlerweile vierten Spaziergang im All vorbereitet. Kononenko sprach von einem erfolgreichen Einsatz, auch wenn die Zeit dabei überzogen wurde. «Ihr habt sehr gute Arbeit geleistet. Bitte ruht euch gut aus», sagte Kononenko an die Kollegen auf der Erde. «Es war teils sehr schwierig, aber wir haben es geschafft», hiess es aus dem Kontrollzentrum in Moskau.

Kapsel soll zur Erde zurückkehren

In der Station unterstützte der deutsche Astronaut Alexander Gerst die beiden Russen. Er und zwei Kollegen sollen in gut einer Woche mit der beschädigten Kapsel zur Erde zurückkehren. Diese sei «bereit, nach Hause zu kommen», sagte ein Nasa-Sprecher. Die Schutzschicht der Kapsel erhitzt sich beim Eintritt in die Erdatmosphäre auf mehr als 1000 Grad Celsius, bevor Fallschirme den Sturz vor der Landung in Kasachstan abstoppen.

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