Russland dementiert Bericht über Sabotage von US Astronauten an ISS

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Russland wies einen Pressebericht zurück, wonach US-Astronauten an Bord der ISS ein Loch in die Sojus-Kapsel gebohrt haben sollen.

Das von der ESA veröffentlichte Foto zeigt die Sojus-Raumkapsel, die an der ISS angedockt ist und die Raumfahrer wieder auf die Erde bringen soll.
Das von der ESA veröffentlichte Foto zeigt die Sojus-Raumkapsel, die an der ISS angedockt ist und die Raumfahrer wieder auf die Erde bringen soll. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Ende August mussten die ISS-Astronauten einen Riss in der Sojus-Kapsel flicken.
  • Russland dementiert, es habe sich um Sabotage der US-Astronauten gehandelt.

«Es ist absolut inakzeptabel, Zweifel an unseren Kosmonauten und den US-Astronauten zu wecken», wies der für Raumfahrt und Verteidigung zuständige Vize-Regierungschef Juri Borissow heute Mittwoch die Sabotage-Vorwürfe an die amerikanischen ISS-Astronauten laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti zurück.

Es sei «gefährlich», über die Untersuchungsergebnisse zu spekulieren, während an Bord der ISS «eine Gruppe, in der es keine politischen Unstimmigkeiten gebe, einträchtig» arbeite, erklärte Borissow weiter.

Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, «die Verbreitung von Gerüchten und Unterstellungen» helfe den Experten nicht und «zielt darauf ab, die freundschaftlichen Beziehungen an Bord der ISS zu schädigen». Rogosin war allerdings der erste gewesen, der kurz nach Bekanntwerden des Lecks von möglichem Vorsatz gesprochen hatte.

Sabotage solle Rückkehr ermöglichen

Die Zeitung «Kommersant» (Mittwochsausgabe) hatte unter Berufung auf einen russischen Ermittler berichtet, für die Untersuchungskommission habe die Theorie, wonach das Loch vorsätzlich von US-Astronauten gebohrt worden sei, «Priorität». Womöglich hätten die US-Astronauten das Loch gebohrt, um eine Notsituation herbeizuführen, die es erlaube, die Rückkehr eines kranken Kollegen zur Erde zu beschleunigen.

Auf der ISS arbeiten Russland und die USA trotz zahlreicher diplomatischer Spannungen zusammen. Die Besatzung besteht derzeit aus sechs Astronauten – drei aus den USA, zwei aus Russland und dem Deutschen Alexander Gerst. Über eine Erkrankung eines Besatzungsmitglieds wurde bisher nichts bekannt.

Anfang September hatte ein winziger Riss in der Sojus-Kapsel ein Sauerstoffleck und einen Druckabfall in der ISS verursacht. Die Besatzung geriet dadurch nicht in Gefahr. Die Astronauten verschlossen den Riss mit Klebeband.

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