Kölner Bettler immer dreister – Wirte fordern Verbot
Kölner Wirte klagen über immer dreistere und häufiger fragende Bettler. Sie fordern Massnahmen, die Stadt lehnt aber strengere Regeln ab.

Das Wichtigste in Kürze
- Kölner Wirte klagen, dass Bettler ihre Gäste immer häufiger belästigen.
- Die Bedürftigen gingen immer dreister vor.
- Dortmund hat bereits reagiert und das Betteln im Umkreis von fünf Metern um Gastronomie verboten.
Im Sommer sitzen viele Gäste auf den Terrassen oder den Plätzen vor den Restaurants. Doch das zieht auch Bettler an. Dortmund hat eine neue Regelung erlassen, um das Problem einzuschränken. In anderen deutschen Städten ist das nicht geplant – trotz Forderungen von Gastronomen.
So schildern verschiedene Wirte aus Köln gegenüber dem «Kölner Stadt-Anzeiger», dass die Bettler immer aggressiver und dreister werden.
Maureen Wolf vom Restaurant «Oma Kleinmann» sagt, dass die Gäste früher zweimal pro Abend angesprochen worden seien. «Heute passiert das mittlerweile 20 bis 30 Mal.» Die Bettler seien oft stark alkoholisiert, krank, dreckig und sehr penetrant.
Oftmals blieben sie an den Tischen lange stehen und «ziehen den Gästen ein Schnitzel vom Teller». Die Wirtin vermutet, dass es sich mehrheitlich um professionalisierte Bettler handelt. Jenen mit Musikinstrumenten mache es «grosse Freude, zu nerven», sie gingen oft auf Konfrontationskurs.
Mittlerweile bespreche sie mit dem Team vor jedem Abend, wer zuständig sei, um die Bettler wegzuschicken. Den Bedürftigen Essen oder Trinken geben, wolle sie nicht. Damit habe sie kürzlich die Erfahrung gemacht, dass dann immer mehr kommen.
Geert Dilien, der zwei Restaurants führt, spricht von einer «massiven Zuspitzung der Situation» in den letzten Monaten. Bei einem Lokal habe er sogar einen Sicherheitsdienst deswegen beauftragt.
«Alle sieben Minuten kommt ein Bettler an die Tische.» Sein Personal schicke sie jedes Mal freundlich weg. «Zum Glück sind sie selten aggressiv.»
Dortmund verbietet Betteln rund um Aussengastronomie
Die IG Gastro spricht von «untragbaren Bedingungen» und fordert Massnahmen. In Dortmund gilt im Umkreis von fünf Metern um die Aussengastronomie ein Bettelverbot. Solche oder ähnliche Massnahmen fordert auch die IG Gastro.
Maureen Wolf vom «Oma Kleinmann» sieht in der Dortmunder Regelung aber keine Lösung. «Ich weiss nicht, wie man das kontrollieren soll.» Sie setzt sich für vereinzelte Kontrollen ein.
Torsten Burmester, Oberbürgermeister von Köln, sagt gegenüber «focus», dass nichts geplant sei. Er verweist auf die heutige Regelung in Köln, die «aggressives Betteln und aufdringliches Ansprechen» bereits verbietet.
















